@Rene
Das ist nicht korrekt! Kein Trainer übernimmt die Erziehungsaufgaben der Eltern - es ist rein rechtlich nicht möglich, dass du auch nur vorrübergehend das Sorgerecht übertragen bekommst. Auch so etwas z. B. in einem Vertrag zu schreiben, wonach "... zum Zeitpunkt des Trainings der Trainer Teile der Personensorge, insbesondere das Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Gesundheitssorge übernimmt ..." wäre rechtlich nicht haltbar. Oder meintest du hier lediglich die Aufsichtspflicht?
Bedeutet: Selbstverständlich darfst du keine erzieherischen Maßnahmen treffen, welche im Erziehungskontext der Kindeseltern sind - wäre ja noch schöner, wenn da einer an meinem Kind "pult", der nicht mal eine pädagogische Ausbildung hat. Das bedeutet: Kinder kindgerecht sinnvoll zu begleiten, wäre eine Aufgabe von Vereinen. Bei Strafen, z. B. Liegestütze etc. wäre ich schon vorsichtiger, dies kann - gerade im Bezug auf Kinder - von den Eltern auch schon leicht als Nötigung aufgefasst werden. Besser wäre: Kindern mitnehmen und erklären, sich Zeit nehmen... letztlich sind Sanktionen auch nur ein Rettungsanker, weil man sich selbst nicht mehr zu helfen weiß.
Wie ich aber schon mehrmals sagte: Kinderfreundlichkeit kann nicht alles an Fähigkeiten sein, die ein Trainer zu bieten hat... ich würde pädagogische Grundkenntnisse einfach voraussetzen. Mit so einem Hintergrund weiß man dann auch, was das Sorgerecht bedeutet und in welchem Rahmen man selbst als Trainer aktiv sein darf und wo es dann auch langsam kritisch wird.
Übrigens: Im Regelfall kennen die Kinder ihre Eltern wesentlich besser, als einen Trainer. Kinder kennen also das Verhalten ihrer Eltern und andersherum. Etwas als unangenehm empfinden ist nicht unbedingt ein typisches "Kindergefühl", wohl eher die Interpretation eines Erwachsenen, der meint, etwas bei einem Kind erkannt zu haben. Kinder sind eben Kinder und keine kleinen Erwachsenen...
Trainer ohne päd. Erfahrung sind dabei immer die Letzten, die verstehen, wie Kinder ticken und was für Recht sie haben. Dreister Weise glauben aber genau bei dieser Zielgruppe die meisten von sich, die "besseren" Pädagogen zu sein - im Einzelfall kann es evtl. ja auch sein.
@Kajihei
Ich würde mich nie in das Ausbildungsprogramm eines Handwerkes einmischen. Aber darum geht es hier ja auch nicht, es geht um Freizeit, Hobby und Spaß. Außerdem geht es um die Unterscheidung von einer persönlichen und einer vom Sport aufgesetzten Autorität. Kinder erkennen intuitiv diese Unterschiede, folgen der persönlichen Autorität absolut loyal und nutzen aufgesetzte Autoritäten brutal aus... Kinder können da sehr hartnäckig und brutal sein. Allerdings haben sie eben noch nicht die soziale Fähigkeit, die Dinge für sich einzuordnen... es sind eben Kinder...
Übrigens finde ich Rituale gerade für Kinder äußerst wertvoll, traditionelle Kampfsportarten für Kinder sind daher eine Fundgrube von Inspirationen und Verlässlichkeit. Kinder können sich an Rituale anlehnen, wie an einem Geländer...Verlässlichkeit, eine äußerst wichtige Erfahrung für Kinder...
In diesem Sinne wünsche ich auch Dir (und den anderen hier) ein frohes Weihnachtsfest!




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