Ja, das stimmt. Ich muss da wirklich noch sehr viel lernen. Aber ich habe ja das Beispiel angeführt - Intubieren kann man auch ohne Relaxans (dann steht man bei einem Schaden aber dumm da).
Sagen wir mal unser Patient droht zu spucken. Wir kommen gut an den Zugang, alles liegt. Wegen mir steckt die Spritze auf der Braunüle. Ich haue das Trapanal rein, greife ohne zu warten zum Laryngoskop, kriege, trotz jetzt noch unzureichender Narkosetiefe und ohne Relaxans den Patienten gut eingestellt, die Übergabe des Tubus klappt problemlos, ich muss die Stimmritze nicht aus den Augen lassen, um den Tubus zu "suchen"... Dann dauert das Ganze (Trapanal rein + Einstellung) für einen richtig guten Anästhesisten, was meinst du, 12 - 15 Sekunden? Man muss ja auch umgreifen bzw. das Laryngoskop vom Wagen nehmen. Ich glaube schneller ist unrealistisch. In der Zeit kann der schon gekoxxt haben. Ne Galle gilt, jedenfalls bei uns grundsätzlich nicht als nüchtern und die koxxen schnell. Bei einem Appendix hätte ich die Brauen nicht ganz so weit hochgezogen. Ich weiß durchaus, dass das Licht nicht aus sein muss, bevor es im Hals hell wird, wenn es sein muss. Ich habe auch sowas schon erlebt.
(Mir hat mal ein chinesischer Chirurg erzählt, dass die bei sich nen Appendix in Analgosedierung machen. Die nehmen dann den Zugang wie bei einer Lichtenstein-OP. Sowas mit Akupunktur (statt Analgosedierung) zu versuchen finde ich da nachvollziehbarer und schon wieder cool.
Kanken, ich kenne Fälle wo man intraoperativ die Entscheidung treffen musste zu intubieren (Sectio). Das ist echt kein Vergnügen. Da ist das so. Trapanal, Succi (manche machen es umgekehrt) Tubus. Da hat das alles länger gedauert. Wir gehen ja von einer Akutsituation aus, und imho muss man das auch. Klar, ist es nicht akut und der Patient will nur schlafen, oder der Operateur nervt, dann hat man "Zeit". Durch meinen Chef in HH habe ich gelernt, immer an das Blödeste denken, was in einer Situation passieren kann. Ich habe da praktisch wirklich sehr sehr viel gelernt, wofür ich sehr dankbar bin. Wie viele Studenten kennst du, die SICHER! intubieren können, auch ohne selber hektisch zu werden?
Ich sehe die Möglichkeit einer Akutsituation voraus, zu einem dann viel ungünstigeren Zeitpunkt, als wenn diese in der Einleitung auftreten würde. Und sie lässt sich verhindern durch ein ganz normales lege artis vorgehen.
ISt ja okay, wenn der sich das zutraut. Ich kenne aber wirklich auch genug Leute, die mit einem Selbstverständnis durch die Gegend stolzieren, als bräuchten sie eine extra Sackkarre für ihre Eier(sorry) und dieses Selbstbewusstsein finde ich da in manchen Fällen nicht unbedingt so angemessen.
Du hast Recht, ich muss noch sehr sehr sehr viel lernen und ich will mir keinesfalls anmaßen auch nur irgendwas besser zu wissen, als dieser OA.
Ich habe aber 4 Jahre Erfahrung in einem Haus.. in der Anästhesie und aus dieser Erfahrung (und eine andere als meine habe ich ja nicht) schätze ich den von dir geschilderten Fall als gefährlicher ein, als ein Vorgehen nach Standard. Und Gefahr ist ja das, was ich reduzieren will, sowohl in meinem Interesse (ich will aufm Hocker sitzen) als auch im Interesse des Patienten.





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