Ritterlichkeit - du sagst es.
Japaner sind auch nur Menschen. Gibt solche und solche: Liberale, Nationalisten, Ultra-Rechte (die, paradoxerweise, auch Ausländer unterrichten), etc.pp.
Ellis Amdur hat mal geschrieben, das sein Araki-ryu Lehrer Amerikaner gehasst hat (und das auch sehr deutlich machen konnte). Amdur konnte sich aber seinen Respekt erarbeiten, weil er eben alles für seine Schule gegeben hat. Und wenn er und sein Lehrer öfters (stark) aneinandergeraten sind.
Unser Dojo würde ich als "normal" empfinden, normal im Sinne von general manners and behaviours: Man kommt ins Dojo, grüßt jeden ("Moin!"), grüßt Sensei im speziellen, Verbeugung zur Kamiza, umziehen, fertig. Wir trinken wann wir trinken wollen (gerade im Hochsommer absolut von Nöten), wir trinken und essen sogar auf unseren Matten! Natürlich nicht im Training, aber danach oder zu speziellen Anlässen. Beim Ende des Trainings wird sich wieder kurz zur Kamiza verbeugt, Sensei und den anderen Tschüss gesagt und das war´s (hab das Reiho im eigentlichen Keiko mal außen vor gelassen).
Also, in meinem Verständnis ein sehr normales, unspektakuläres Verhalten. Klar, man kümmert sich hier viel mehr um das Dojo, Stichwort großes Reinemachen am Ende des Jahres + Saugen/Cleaning der Matten nach dem Training. In Deutschland war das in meinem alten Verein undenkbar - dank der Anspruchshaltung einiger Mitglieder und der "wir haben ja ne Putze"-Mentalität. In solchen Momenten fehlt einfach eine starke, durchsetzungsfähige Figur - in Japan ist das halt Sensei. Punkt.





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