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Thema: Kampfkunst - und seine Werte???

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  1. #11
    Gast Gast

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    Zitat Zitat von nekogami Beitrag anzeigen
    Diese Begriffe, stammen garantiert aus einem Kampfkunstbuch.

    Wahrscheinlich wurde sogar BUSHIDO erwähnt, also der Weg des Kriegers. Dieser japanische Ehren- oder Verhaltenskodex beinhaltet die 7 Tugenden, nach denen die Samurai lebten.

    Das sind
    AUFRICHTIGKEIT & GERECHTIGKEIT
    MUT
    GÜTE
    HÖFLICHKEIT
    WAHRHEIT & WAHRHAFTIGKEIT
    EHRE
    PFLICHT & LOYALITÄT

    Vielleicht liegt es an der Schnelligkeit dieser Gesellschaft, dass viele Menschen keine Zeit mehr haben, von diesem, eigentlich bereits im Training ausgeübte Verhalten, und aber auch Grundlage jeder Erziehung, Gebrauch machen.
    Wer sich danach richtet hat es nicht einfach im Leben. Er wird vielleicht ausgenützt, übergangen, ausgelacht. Es liegt jedoch in der Stärke des einzelnen, dazu zu stehen. Wer weiss, vielleicht lassen sich einige begeistern mitzumachen. So als kleiner Beitrag zu einer besseren Gesellschaft.
    Und nicht enttäuscht sein, wenn Menschen, von denen wir glaubten, sie leben nach diesem Kodex irgendwann mal ihr wahres Gesicht zeigen und man merkt es war/ist nur alles Fassade.
    Für einen selber muss es der richtige Weg sein.
    da dieser alberne faden noch einmal aufgewärmt und wiederbelebt wurde, habe ich mir mal einen der naivsten beiträge rausgesucht, um das eine oder andere wort dazu zu verlieren ...
    wahrscheinlich vergeblich, aber sei's drum.

    erstens gab es keinen verbindlichen verhaltenskodex für "die samurai". der bushido ist eine erfindung der meiji-zeit (invented tradition).
    wurde zwar schon 7835241 mal belegt, scheint aber nicht in die köpfe der budo-romantiker hineinzupassen ...
    zweitens war nicht jeder bushi ein samurai, aber diese feinsinnige unterscheidung scheint komplett untergegangen zu sein.
    drittens waren die japanischen bushi (fälschlich als "samurai" verallgemeinert) auch nicht anders als andere (berufs)krieger irgendwo auf der welt. sie waren kein bißchen "edler" und auch kein bißchen "philosophischer" als beispielsweise die landsknechte des dreißigjährigen krieges. das bild des "edeln, nachdenklichen, gebildeten samurai", der nur widerwillig in den kampf zieht und noch widerwilliger tötet, ist ein albernes klischee, das aus nichtjapanischen theaterstücken und kitschigen romanen stammt und hierzulande begeistert gefressen wurde.

    berufssoldaten sind mörder, berufsmörder. es ist ihre aufgabe, vorsätzlich nauf befehl andere menschen zu töten. dafür werden sie bezahlt. nicht jeder berufssoldat hat die gelegenheit, menschen ("feinde") zu töten, aber er ist bereit dazu.

    was die samurai angeht, so sollte man sich einfach mal fragen, wieso die angeblich alle so furchtbar edel sein konnten ... und wieso sich der alberne glaube hält, sie hätten "ja nur in selbstverteidigung getötet".
    alter ... wo kamen denn ihre feinde her? das waren doch in der regel AUCH samurai ... (wenn man mal von der mongolen-invasion absieht). gab es da jetzt edle und wenger edle samurai, oder was? und woran unterschied man die voneinander?

    außerdem ist eine kampfkunst, also das handwerkszeug eines berufssoldaten, per se dazu da, um zum töten anderer menschen benutzt zu werden. schon allein deshalb isses blödsinn, zu unterstellen, daß die kk des ollen japan "zur selbstverteidigung der samurai" entwickelt worden wären.
    selbstverteidigung - so ein quatsch. das war kriegshandwerk, nichts anderes.

    wenn die samurai so edel waren - wie kam es denn dann zu einem einhundertjährigen bürgerkrieg (sengoku jidai, beginnend mit dem onin-krieg 1477, endend mit dem 1573 erfolgenden übergang in die azuchi-momoyama-epoche, die auch bloß keinen frieden brachte, sondern weitere kriege) ...?


    und wieso sollte heutzutage irgendjemand sein leben an einem erfundenen "ehrenkodex" ausrichten, den es so nie gegeben hat?

    mir geht diese budo-romantik, die nicht auf fakten, sondern auf bescheuertem wunschdenken beruht, gewaltig auf den senkel.

    vielleicht sollte sich der eine oder andere mal daran erinnern, daß die japanischen judo-dojo ebenso wie die kendo-dojo und die karate-dojo orte sind, an denen ein sehr, sehr konservatives weltbild gepflegt wird.
    ultranationalismus ist da die regel, nicht die ausnahme!
    begriffe wie shinkoku und yamato damashii scheinen aber nicht in den köpfen deutscher budo-romantiker angekommen zu sein ...
    Geändert von Gast (15-06-2015 um 09:14 Uhr)

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