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Thema: Projekt: Aikido und formlose Selbstverteidigung

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  1. #11
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    Zitat Zitat von kadour Beitrag anzeigen
    Es geht doch im Aikidô nicht darum "harmonische Situationen" herzustellen, es geht darum, Harmonie in sich selbst herzustellen.
    Verstehe. Wie harmonisch ruhst du denn in dir selbst in der beschriebenen Lage? Wir nennen das in Bezug auf akute Gewalttaten immer die drei Kämpfe (einer der Inhalte unseres Probekurses): Der Kampf mit dir selbst, der gegen dein Gegenüber und derjenige gegen moralische, rechtliche etc. Systeme. Da die wechselseitig enorm wirken, fände ich es nicht weit genug gedacht, wenn man sagt, es ginge lediglich um das Innere.

    Zitat Zitat von kadour Beitrag anzeigen
    Wie man in Situationen handelt, hängt von dieser "inneren Harmonie" ab (die einen durch Training erreichten körperlich-mentalen Zustand umfasst, der entsprechende Handlungsmöglichkeiten eröffnet).
    Das habe ich von meinem Kollegen auch mal gehört. Dieser Zustand ist natürlich ein unglaublich idealistisches Ziel, oder? Wem traust du das (ganz ehrlich) denn wirklich zu?

    Zitat Zitat von kadour Beitrag anzeigen
    Ist sie vorhanden, kann man angemessen handeln. Ist sie das nicht, kann man entweder gar nicht handeln, oder man schießt eventuell völlig übers Ziel hinaus.
    Wie gesagt, ich verstehe diesen Anspruch. Ich finde ihn nur unglaublich idealistisch, beinahe fantastisch.

    Zitat Zitat von kadour Beitrag anzeigen
    Gewalt kann das Mittel der Wahl sein, muss aber nicht.
    Sich dabei von einem moralischen Anspruch, einer Philosophie oder von Glaubenssätzen abhängig zu machen, halte ich für total verfehlt.
    Aus deiner eigenen Erfahrung, wie viele Aikidoka entscheiden sich für Gewalt, wo sie angemessen ist? Ich erlebe (mittlerweile wirklich auf echt vielen Budogalen und Benefizevents) meistens äußerst angenehme, tief entspannte Aikidoka, die aber auch vollkommen offen zugeben, keinerlei Erfahrung oder Handlungssicherheit im Umgang mit Gewalt zu haben.

    Ich würde nicht sagen, dass wir großartig philosophieren. Ist es denn nicht so, dass die allerwenigsten Aikidotrainings, Seminare etc. nicht im Ansatz die Dynamik und emotionale Behaftung eines gewalttätigen Übergriffs spiegeln? Wenn wir es nicht im Training machen, wieso würden wir dann annehmen, wir könnten es außerhalb des Trainings? Ich finde, es ist diese Ehrlichkeit der meisten Aikidoka (wie auch meines Freundes), dass man in diesem Bereich unsicher ist.

    Zitat Zitat von kadour Beitrag anzeigen
    Aikidô gibt keine derartigen Handlungsanweisungen vor.
    Das glaube ich auch. Wäre es anders, könnten wir uns das Projekt sparen. Allerdings findet die tatsächliche Offenheit - zum Beispiel ein Schritt zur Gewalt - doch wirklich so gut wie nie statt in einem typischen (I know - was ist typisch?) Training statt, oder?

    Zitat Zitat von kadour Beitrag anzeigen
    Du meinst vermutlich die Grundschule des Aikidô, das "Kihon" (das sind aber keine Kampftechniken).
    Das trifft umso mehr auf die Übungsweise zu, die in eurem Dojo unter "Aikidô-Meditation" angeboten wird (obwohl es Aikido -ähnlich aussieht).
    Einige Leute (aus BDAL-Kreisen) vertreten z.B. die Ansicht, das dies gar kein "richtiges" Aikidô mehr sei.
    Diese Ansicht/Ablehnung ist mir bekannt und das könnte man sicher so unterschreiben. Diese besondere Gruppe ist beinahe (internes Zitat militant gewaltfrei und für so ein Projekt wie unseres ganz sicher nicht die Zielgruppe.

    Diese kämpferische/taktische Öffnung, die das Aikido sicher hat - wie gesagt, damit wollen wir arbeiten - kann doch sicher mal pragmatisiert werden. Ich wüsste nicht, wo das der Fall ist. Zumindest ist es nicht die Regel.

    Zitat Zitat von kadour Beitrag anzeigen
    Für die Verletzungen gute Besserung!
    Danke dir. Ich danke dir auch für den Austausch. Wenn ich lese, dass du jedes Mal unglaublich viel Zeit verwendest, Aikido richtig zu schreiben, gehe ich davon aus, dass du schon lange Aikido machst und da auch leidenschaftlich bei der Sache bist. Fühl dich deswegen bitte auf keinen Fall irgendwie beleidigt oder in deinem Aikido negativ berührt. Das soll absolut nicht das Ziel sein. Ich finde das super, wenn jemand ganz bei seiner Kunst ist. Wir möchten dieses Projekt nach vorne bringen, weil wir glauben entdeckt zu haben, dass eine Menge Aikidoka innerlich das Thema Gewalt gar nicht auf dem Schirm haben (die wollen wir da auch gar nicht beeinflussen) oder ein wenig zweifeln, da sie auf dieser anderen Bühne (= Gewalt) null Erfahrung und Ideen haben. Das zweite ist unsere Zielgruppe.
    Geändert von Brodala (10-11-2015 um 20:49 Uhr)

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