Pharao, wir kennen uns ja nicht persönlich und ich kenn deine Lebensgeschichte nicht.

Ich geh jetzt mal anders ran, mit einem Praxisbeispiel aus dem Unterricht:

Ich habe da so einen Schüler, jetzt 10. Klasse, der im Unterricht mündlich null mitmacht und schriftlich gerade so auf eine 4 kommt. Seiner Meinung nach strengt er sich wirklich an und gibt 100% nein 1000%. Nun hatte ich ein Elterngespräch mit der guten Mutter. Heraus kam, dass sie ihrem Sohn ab und an weiß macht, dass er Hochbegabt ist und er ja besser ist als seine Noten das zeigen.
Nun war der Junge mal wieder im schriftlichen mit ner 5 bedient worden, weil er 100% gegeben hat. Seine 100% sehen so aus: Ich bin hochbegabt, ich brauch nichts machen und die Lehrer wollen mich ja nicht besser sein lassen, da brauch ich nur Aufgabe 1 mitmachen. Das macht er regelmäßig so und ist aber der felsenfesten Überzeugung, er hätte 100% gegeben.
Manchmal kann die Eigen- und die Fremdwahrnehmung sehr stark auseinander gehen und manchmal ist man einfach mal nicht besser.

Heißt das jetzt aber, dass man aufgeben soll und rumjammern soll? Nö!
Ich kann dir hier jetzt den Kopf tätscheln und sagen "Ja Pharao, die Lehrer und die Notengebung sind scheiße und du bist gut und du kannst mehr.". MAch ich aber nicht, weil ich das Gefühl habe, dass du außer hier zu schreiben und zu jammern und zu sagen "Ja ich weiß ja" nichts Anders machst um deine Situation zu ändern. Kleiner Tipp: Das nenn ich Bequemlichkeit. Wenn man sowas wie böse Lehrer/Noten/Motivationslosigkeit/etc. vorschiebt und dann weiter macht wie bisher, brauch man sich nicht wundern, dass nichts draus wird aus dem Leben wie man sich das vorgestellt hat.

Was du machen solltest, das ist meine Meinung:
Setz dich auf deine Vier Buchstaben und mach dir innerhalb einer Woche einen Plan. Schreib dir auf WO du WELCHE professionelle Hilfe in Anspruch nehmen willst um deine Motivationslosigkeit loszuwerden. Da gibt es Anlaufstellen für. Und dann hör endlich mit den Jammern und "Ich bin ja so ein armer Mensch" auf und arbeite an dir. Dir schenkt keiner was, dein Leben musst du dir erarbeiten und mitunter erkämpfen!

Vor 70 Jahren lag Deutschland in Trümmern. Die Leute hatten so gut wie nichts mehr und viele waren mit Depressionen und anderen Störungen (Stichwort: Posttraumatische Belastungsstörung) geschlagen wegen dem Krieg und den Folgen. Was haben die Deutschen gemacht? Sie haben ab und an gejammert aber dabei ihre Ar***backen zusammengekniffen und das Land wieder aufgebaut. Da hatten viele Leute einen geringeren Schulabschluss als du ihn hast.

Ich weigere mich ehrlich gesagt auch, dich zu bemitleiden, weil darauf spielst du an. Du willst unser Mitleid und unsere Bestätigung. Ich bestätige dich aber hiermit als Menschen, der was aus sich machen kann. Nur kannst eben nur DU daran etwas ändern!