Frohes Neues 
Also zu dem Sachverhalt kann man nur kurz sagen, dass in den Quellen keine "past-epidermis" Anweisungen enthalten sind. Die Diskussion wurde aber schon einige Male in den historischen Fechtkreisen geführt und Workshops dazu gabs auch.
Wir müssen davon ausgehen, dass allein schon die Jagderfahrung den Leuten schon gezeigt hat, wie man vitale Bereiche trifft. Z.B. dass man mit "pumping the Hilt" einen Büffel (u.A. auch Fechter) quasi sofort ausmachen kann, während da mehrere Stichangriffe unter Umständen immer an wichtigen Teilen vorbeigehen. (Anekdote von George Silver, dessen Bekannter von mehreren Rapierstössen durchbohrt nach dem Kampf nach Hause ging und sich von seinen Verletzungen recht schnell erholte)
Was das Liechtenauer- System betrifft, so werden bevorzugt die oberen Blössen angegriffen - und da kann man kaum an vitalen Bereichen vorbeiarbeiten. Die unteren Blössen sind weniger bevorzugt. Allgemein gibt es auch keine Schnitte zum Torso; sobald ein Gambeson oder auch nur ein dickes Leinenwams getragen wird (und davon musste man ausgehen) kann man nicht mehr schneiden. Ansonsten - wie bereits gesagt wurde bilden Vor/Nach/Indes etc den elementaren Teil des Schwerthandwerks.
Gruss, Thomas
Erschrickstu gern / keyn fechten lern