Ich persönlich finde 2on1 alleine zu wenig. Es gibt kein Konzept das alleine alle Angriffsmöglichkeiten abdeckt. Genauso wenig wie die berüchtigte Lieschen Müller mit 40kg eine Chance gegen jemanden hat der 120kg und auch noch ein Messer hat.
Für mich gehört zur Messerabwehr einfach dazu das man verschiedene Ideen trainiert. Dazu gehört vor allem rechtzeitig abhauen und wenn das nicht geht oder man den Zeitpunkt verpasst hat, schocken, 2on1 oder auch einfach mal nur schlagen und treten. Kommt auf die Intensität des Angriffs, den verfügbaren Raum, die Umgebung und auch auf die sozialen Kontakte des Angreifers an (steht da noch jemand bei ihm rum oder vielleicht greift auch jemand ein der absolut nichts mit der Sache zu tun hat). Was oft vergessen wird ist das sichern der Waffe. Auch in dem gezeigtem Video gibt sich Verteidiger viel Mühe den Waffenarm zu kontrollieren, bringt den Angreifer auf den Boden, lässt den Waffenarm los dessen Kontrolle vorher mühsam erarbeitet wurde und lässt dem Angreifer seine Waffe.
Und das der Herr in dem Video die Technik langsam unter perfekten Bedingungen zeigt ist doch selbstverständlich. Ist ein Lehrvideo. Eine Idee.
Erst mal die Basics richtig beherrschen und dann Störungen (Angriffsstärke-, Winkel und Rate erhöhen, Raum zum ausweichen begrenzen, zusätzliche Hindernisse wie z.B. Freunde bringen etc. pp.) in das Angriffsmuster einbauen.
In der Fahrschule lässt man den Schüler auch nicht am ersten Tag auf die Rennstrecke und mit 280 km/h auf ne Haarnadelkurve zufahren. Man wird langsam darauf hin trainiert. Findet jeder auch irgendwie logisch. Nur bei Kampfkunst soll alles immer sofort für jeden und auch in jeder noch so schwieriger Lage funktionieren.
Um mal bei dem Beispiel Auto zu bleiben: Mit nem Fiat Uno (Lieschen Müller) wirste keinen Ferrari (der 120kg+ Mann) überholen. Das einzige was man machen kann ist zu versuchen den Ferrari zu Klump zu fahren und selbst nur Blechschaden zu erleiden. Kann klappen, muss aber nicht. Sicher ist nur eins, bei dem Versuch bekommt man auf jeden Fall auch was ab.