Zitat Zitat von Florett Beitrag anzeigen

Da halte ich die beschriebene Tagesrückschau, mit dem damit verbundemen, nachvollziehbaren Praxisbezug, für praktikabler, weil diese Tages-Wahrheit ja noch aktuell greifbar und frisch ist. Stichwort: Wahrheit.
Auch das kann man machen, auch das ist religiösen Traditionen nicht fremd... aber man kann's natürlich auch in einem nicht religiösen Rahmen machen. So wie's für einen am besten passt.


Bei biblischen Szenen schwingt das frisch greifbare für Kids ja praktisch nicht so mit, wie in der Rückschau auf das aktuelle Familiengespräch oder familiäre Tagesgeschehen.
Es muss ja auch nicht alles "frisch greifbar" sein. Man kann Kindern sehr wohl auch das alt-ehrwürdige zeigen.

Gerade Kinder lernen schnell und gründlich auswendig; Wenn sie in diesem Alter im buchstäblichen Sinn einen Wortschatz erhalten, also einen Schatz von Worten und auch Begriffen, grammatikalischen Konstruktionen etc, in Form von guter Literatur (religiöse und andere), so kriegen sie damit eine Art geistiges Pausenbrot mit, von dem sie für den Rest ihres Lebens zehren können. Bis hinein ins hohe Alter, sogar bis hinein in eine Demenz, die alles andere auslöscht.

Auch wenn kleine Kinder die Inhalte noch nicht verstehen - sie werden sie später verstehen lernen. und das, glaube ich, auf tiefere und bessere Weise als jene, die die Inhalte erst als Erwachsene kennen lernen.


D.h., der Wahrheitsgehalt von Geschichten fern des eigenen Tagesgeschehens ist für die Kids schon alleine aus Aktualitätsgründen praktisch nicht überprüfbar.
Wie wichtig ist das? für die meisten Leute ist das, was in den Nachrichten am Fernsehen kommt, auch nicht überprüfbar.

Es geht ja mehr darum, dass Verhaltensoptionen vorgestellt werden, und nicht darum, ob einer Geschichte eine historische Wahrheit entspricht. Was Albus Dumbledore zu Harry Potter sagt, ist tief, weise und richtig, auch wenn beide nicht im historischen Sinn existieren, sondern literarische Figuren sind.


Was anders bleibt ihnen über, als die Geschichten dann zu glauben oder auch nicht.
Es bleibt, die Inhalte zu diskutieren und auf den eigenen Alltag zu übertragen.

Außerdem ist das Schöne Subjektiv, mindestens so lange, wie 2 zum gleichen Schluss kommen.
Wenn ich so betrachte, wo es die Touristenströme hinzieht und wohin nicht: nein, es ist nicht sehr subjektiv, was als schön gilt.

Bei der Frage, ob eine gotische Kathedrale schöner sei oder eine moderne Tiefgarage, müssen die meisten nicht sehr lang nachdenken.


Wenn allerdings Geschichten die Kids interessieren, dann sollen auch sie selber aussuchen welche.
Bevor sie eine Geschichte aussuchen, muss man sie ja erst mal kennen lernen...

Ich halte es durchaus auch für die Aufgabe der Erwachsenen, den Kindern das zu zeigen, was die Erwachsenen für bedeutsam, wertvoll und wichtig halten. Auch dann, wenn es die Kinder erst mal nicht besonders interessiert.



Hohes und Edles hält die Gesellschaft nicht so zusammen, wie das gemeinsam praktisch Erlebte an vertrauensvoller Güte, Information, Förderung, Positionierung.
Du findest, Vertrauen, Güte und Förderung von Kindern seien nicht hoch und edel? Was sollen sie denn sonst sein? niedrig, banal und billig?