Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
Wenn Physik nicht antworten kann, dann muss es wohl Meta-Physik sein.
Gibt es nur die beiden?

Naturwissenschaft beschäftigt sich mit Naturerscheinungen, und zwar nur mit deren quantitativen Aspekten (eher mit der Luftfeuchtigkeit am Abend und eher nicht mit der ästhetischen Qualität eines Sonnenuntergangs)
Welchen Platz willst Du der Ästhetik in der Naturwissenschaft einräumen? Kunst? Passt allenfalls in den Bereich der Psychologie, des Designs oder der Architektur.

Wenn man eine Methode hat, die sich auf bestimmte Dinge begrenzt... kann es halt passieren, dass da auf einmal Deutungen nötig werden, die auch von ausserhalb dieser Grenze kommen; oder sonst verzichtet man halt auf eine mögliche Deutung und sagt "es ist so und so, kein Mensch weiss warum"
"Deutungen" drücken Unwissen aus, nicht Wissen. Die Naturwissenschaften deuten nicht, sie leiten ab. Das Neue in der Naturwissenschaft entsteht nicht durch Deutung, sondern durch Erkenntnis. Und Erkenntnis entsteht durch Kenntnis-Vergleiche. Hypothesen müssen überprüft werden, ob sie sich erkenntnistheoretisch bestätigen lassen. Ansonsten verwirft man sie.

Die Natur ist seltsamer und wundervoller, als wir uns daran gewöhnt haben zu glauben.
Das kann auch Gott sein - seltsam, wundervoll. Es kann auch eine technische Errungenschaft sein, faszinierend. Gewohnheit macht blind, unaufmerksam, unachtsam. Sich an einen Glauben "zu gewöhnen", mach blind, unaufmerksam, unachtsam gegenüber seiner Dynamik. Dadurch haben wir historisch wie aktuell einiges auszubaden.

zum Beispiel wenn es sich um frei handelnde Bewusstseinsentitäten handelt, die mit Schöpfungskraft (Kreativität) begabt sind und diese Kreativität ausüben?
Bewusstsein ist nicht frei handelnd. Es unterliegt Einflüssen, denen es sich um so weniger entziehen kann, desto mehr es kommuniziert. Schöpfungskraft ist kein unabdingbares Attribut eines Bewusstseins. Es gibt viele Beispiele, schöpfungsferner Bewusstsein. angefangen vom zur Selbstreflexion fähigem Haustier, bis hin zu Zeitgenossen, denen wir schöpferische Kreativität durchaus in Abrede stellen können. Hier ist alles relativ: Kreativität, Bewusstsein, Freiheit... Keine Spielsteine der Naturwissenschaften.

Welten, die mit nur quantitativen Begriffen ungenügend beschrieben sind, wo qualitative Beschreibungen angebracht sind? (Der Wert der Mona Lisa ergibt sich nicht aus dem Materialpreis plus Stundenlohn mal gearbeitete Stunden, sondern daraus, dass sie ein hochstehendes Bild ist)
Die Welt ist wertlos. Es gibt keinen Wert, außer jenem, der aus persönlichen Trauer um Verlust entsteht, real oder gedanklich. Das betrifft das Seltene, das Einzigartige, wie das Gewohnte... ist eine rein geistige Bewertung, was wichtig sei, was lohnenswert sei, was wertvoll sei, was überflüssig sei. Die Natur ist davon vollkommen unberührt. Die Welt hat einzig dadurch einen Wert, weil es "UNS" gibt. Die Welt selbst interessiert es nicht, ob es sie gibt oder nicht, ob es uns gibt oder nicht. Für den Menschen kann die Welt nur deswegen einen Sinn haben, weil er von sich selbst meint, einen Sinn zu haben. Das muss er glauben, damit er seiner Existenz eine Zuversicht geben kann.

Da Wissenschaft aktuell noch so einige offene Fragen hat - das Graviton wird immer noch gesucht, meine ich, und auch die Theorie, die die vier Grundkräfte des Universums in eine einzige Formel packt - und nach Sherlock Holmes ist es halt so, dass wenn jene Möglichkeiten, die man für wahrscheinlich hält, nicht funktionieren, muss man früher oder später auch jene in Betracht ziehen, die man für unwahrscheinlich hält, wenn man da je weiter kommen will.
Nach dem Graviton gibt es neue Fragen. Warum sollte der Mensch damit aufhören, Fragen zu stellen?

Es muss es nicht heissen, es heisst es aber in sehr vielen Fällen. So ist nun mal die Mentalität unserer Kultur, egal wo du schaust; alles soll immer detaillierter überwacht, gemessen und kontrolliert werden.
Naturwissenschaft strebt nach Wissen. Kultur nach Macht. Das ist der Unterschied. Die einen wollen die Welt messen, um sie zu verstehen, die anderen wollen wie messen, um ihren Wert zu besitzen.

genau. ich unterstelle ihnen ein Bewusstsein und einen Willen.
Manche sehen Gott um Großen hinter dem Universum, andere sehen ihn im Kleinsten. So er allgegenwärtig ist, ist das kein Unterschied. Nur, Du hauchst jetzt gerade Steinen Leben ein.

Was auch das Problem löst, das die Biologie heute hat, nämlich die Frage, wie es sein kann, dass sogenannt "tote" Materie, wenn sie nur auf bestimmte komplexe Weisen zusammengesetzt ist, auf einmal sowas wie Bewusstsein und Willen in einem Menschen oder Tier hervorbringen kann.
Biologie schaut nur auf die Funktionalität von Leben, nicht nach dem Leben an sich. So suchen die Astronomen nach dem Urknall, mit dem Alles begann, die Biologen nach der Urzelle, mit der alles Leben begonnen habe. Sie werden beide es nicht finden.

Um "lebende" Substanz zu sein, bedarf es einer hoch komplexen Struktur, die "nicht so eben mal" entsteht - durch Zufall. Das ist ein ähnlicher Käse wie die Entstehung von Großmolekülen durch Würfeln. "Ungeschützte" Gebilde sind unter dem Einfluss der Natur immer reversibel. Ob es ein DNA-Strang ohne Zellhülle ist oder der Urknall ohne gerichtete Energie. Sie können erst "überleben", wenn die für ihre Existenz notwendigen Voraussetzungen BESTEHEN, also gleichzeitig da sind. Das erste thermodynamische Hauptsatz darf nicht übersehen werden.