Hier meine persönliche(!) Erfahrung mit Kettenfauststößen (ausschließlich im Sparring (LK und VK)):
a)
Was gut funktionieren kann, ist mit dem richtigen Timing aggressiv frontal in den Mann gehen, dabei trifft der erste Fauststoß verdammt hart (er kommt von schräg unten gegen das Kinn und überträgt dabei noch die Vorwärtsbewegung). Der zweite kommt mit dem nachziehen des Beines ebenfalls mit ordentlich Dampf. Weitere Schläge kommen dann ggf. mit der Vorwärtsbewegung. Mehr als 3 werden es eher selten - bei VK, spielt man nur (LK) können da auch länger Serien kommen.
b)
Was auch funktionieren kann. Die gute alte Universallösung (Schritt-Kick). Wenn der Kick sitzt können darauf hin auch noch 2-3 Kettenfauststöße kommen - funktioniert dann recht gut, wenn der Kick ordentlich Wirkung zeigt (der Gegner leicht einknickt). Diese Fauststöße sind etwas weniger hart (der Impuls der Vorwärtsbewegung wird hier im Kick verwertet), oft (nicht immer) erfolgt dadurch eine Reaktion die man mit härteren Folgetechniken (Knie, Ellenbogen) nutzen kann. Oft können diese aber auch schon direkt im Anschluss kommen (ohne KS).
c)
Was bei Anfängern häufig geübt wird ist schon in der nahen Distanz Kettenfauststöße abzuschießen (z.B. mit vorherigem "flankieren"). Die sind aber eher schwach.
Gegen einen Gegner ohne Adrenalin ("Techniktraining", spielerisches "Sparring" im LK) führen die z.T. zwar auch zu Überforderung, die man dann mit harten Folgetechniken nutzen kann. Gegen einen Gegner der aber auch ein bisschen Kampfgeist und oder Erfahrung hat würde ich die nicht versuchen wollen bzw. lieber auf kräftiger Schlagtechniken zurückgreifen.
d)
Was leider auch oft zu sehen ist, ist das auf den Gegner zu gehen/rennen mit Kettenfauststößen (der/ die erste(n) Schläge sind in der Luft. Funktioniert nur gegen die gleichen Gegner und unter den gleichen Bedingungen wie c.
Nach den Aussagen der Schülerin hier zu urteilen, kennt sie vermutlich nur die letzten beiden Variante, unter eher unrealistischen Bedienungen (da es die einzige ist, bei der man i.d.R. wirklich auf höhere Schlagzahlen als 5 kommt). Über c) und d) brauchen wir nicht weiter reden.
a) und b) lebt von einem Gegner der darauf nicht vorbereitet ist oder von deutlicher Überlegenheit. Das kann funktionieren - gegen jemand der damit rechnet oder der erfahren ist, ist es aber nicht meine erste Wahl.
Im "normalen" Sparring sind auch die ersten Varianten (a,b) schwer umzusetzen. Nach dem ersten Vorstoß (der das Sparring (!) ja nicht beendet) reagiert der Gegner i.d.R. mit Finten und Winkeln (kombiniert mit runden Techniken), dann wird es ohne die schon angesprochene Überlegenheit sehr schwer diese Vorgehensweise erfolgreich erneut (mehrfach) anzubringen (auf Videos sieht man dann oft, wie auch WTler plötzlich zu "Kickboxern" mutieren - entspricht genau meiner eigenen Sparringserfahrung aus WT Zeiten).
Gegen einen Gegner der einen einfach nur umhauen will, funktioniert es schon besser (kein taktieren, kein Distanzspiel, einfach "druff und dewitt" bis einer liegt) - hier landet man aber auch sehr schnell in einem engen Clinch für den man im WT keine wirklichen Antworten hat (nein Diszi: effektive "Schlagtechniken" gehen nicht immer und beißen auch nicht)
Bei beiden Varianten gibt es aber ein recht hohes Risiko, da man sehr anfällig für Angriffe auf der Außenbahn ist.
Draußen habe ich sie nie angewandt und kenne auch keinen der es gemacht hat.
Fazit: Als kurze Serie, harter Schläge durchaus anwendbar und besser als ihr Ruf. Dennoch nicht die Übertechnik als die sie beworben werden (wurden) und mit einigen gravierenden Schwächen - für mich ein Grund, dass ich sie nicht mehr übe.
@Diszi: WTHerb hat Dir schon einmal erklärt, dass Du selbst von dieser Basistechnik offensichtlich falsche Vorstellungen hast. Das schlimme ist, du kannst vermutlich nichts dafür. Letztlich resultieren solche Irrtümer aus einer Kombination von unrealistischen Training gepaart mit (fehleranfälligen) theoretischen Überlegungen bzgl. der Wirkung einer Technik jenseits lockeren Übens.





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