Zitat Zitat von Schnueffler Beitrag anzeigen
Ist eine reine Trainingssache.
Messer habe ich noch nicht auf Zeit gezogen, bei der Schusswaffe weiß ich, verdeckte Trageweise, Hände locker am Körper runter hängen, auf Piepston ziehen und einen Treffer auf 7 Meter in einer ca. brustgroßen Trefferzone in 0,8 bis 0,9 sec.
Unser bester lag da bei 0,6 sec.
Ja, und? Kann ich auch. Es gibt auch viele, die es nicht können. Hat aber nicht viel mit dem Thema - wie groß sind meine Überlebenschancen unbewaffnet gegen Messerangriff.

OK, aber nehmen wir es von da - angenommen, dass der Angreifer nicht, wie die Meisten heute, ein Klappmesser mit einem Daumenknopf, sondern ein Gerber-Plagiat - also feststehende Klinge, zweischneidig, Scheide mit Gürtelclip und Festhalte-Riemen mit Thumb-Break, ähnlich wie die Holster für Faustfeuerwaffen wie es die seit den 70er jahren gibt. Dann kann man mit relativ wenig Übung lernen auch das Messer von Neutral-Position in etwas unter einer Sekunde zu ziehen.

Nun gibt es natürlich zwei Grundszenarien - entweder wird der Verteidiger völlig auf dem falschen Fuß erwischt und muss erst mal überlegen was zu tun ist und da ist es schon vorbei.

Oder der Verteidiger ist darauf vorbereitet, dass gleich was passieren kann - braucht er dann auch fast eine Sekunde um mit den Händen. die sich eh an den Enden seiner Arme befinden, in Aktion zu treten. Ich würde sagen, wenn er ein bisschen wachsam und normal schnell ist, braucht er weniger als einer halben Sekunde. Wenn er schnell ist, wesentlich weniger.

Wenn die Situation also innerhalb Greifdistanz passiert hängt es also ab hier davon ab,was er mit den Händen macht. Fängt er an desperat nach der Hand mit dem Messer zu greifen oder wild zu parieren. In dem Fall ist er vermutlich am *****. Oder wird er pro-aktiv und tut was mit den Händen, was das körperliche Wohlbefinden des Angreifers in irgend einer Form wesentlich verringert? Warum warten, bis der Angreifer tatsächlich das Messer in der Hand hat? Lieber nicht, wenn es vermeidbar ist.
Aber glaub mir - die meisten brauchen auch für so ein Messer zwei Sekunden und für ein Klappmesser wesentlich mehr.

Und da sind wir eigentlich bei der essentielle Unterschied zwischen realem Kampf und Sportkampf: Im realen Leben kommt es viel weniger darauf an, wie gut man Kampftechnisch ist im Verhältnis zum Gegner als die meisten Denken. Wer gewinnt hängt oft vielmehr von der Gewaltbereitschaft ab: Der, er zu erst die größte Gewaltbereitschaft hat und auch die Mittel diese umzusetzen, ist meistens innerhalb von Sekunden der Sieger.

Wenn man also von den Handlungen und er Körpersprache des Gegners lesen kann, was kommt - und auch bereit ist ihn tatsächlich daran zu hindern, bevor es so weit ist - dann steigen die Überlebenschancen wesentlich, weil man dann die Chance hat pro-aktiv zu werden.

Und wie man das tut - bzw. wie man liest, was kommt, das ist durchaus erlernbar. Wenn man dagegen nur trainiert, wie man pariert, entwaffnet etc. dann trainiert man auch statt dessen re-aktiv zu sein - man wartet auf den Angriff. DAS ist verdammt gefährlich.