Schließst sich das - die Betroffenen ermutigen und trotzdem oder auch aktiv dagegen vorzugehen - denn aus oder wieso wird da so stark differenziert? Muss ich mich zukünftig entscheiden, ob ich der Frau helfe oder klar Stellung beziehe und betroffene Person von der Matte schmeiße? Gibt es auch nur irgendeinen Grund, der wirklich dafür spricht, den einen Teil auszublenden?
Da steht was anderes.
Wenn ich mir alleine die Entwicklung des Rechts, mit dem ich tagtäglich arbeite, anschaue, könnte man glatt meinen, dass Menschen darauf auch einflussnehmen könnten und es auch schon im Strafrecht gemacht hätten, anstatt es einfach zu akzeptieren.
Nur weil etwas nicht starfbar ist, ist es noch lange kein Grund, es einfach über sich ergehen lassen zu müssen oder man halt „damit leben und umgehen können muss“. Ich sehe täglich, wie Grauzonen genutzt werden oder man auch mal Lücken schließt. Man könnte natürlich auch sagen, dass es blöd gelaufen ist und man da durch müsste, gäbe ja Schlimmeres.
Wenn man das aktuelle Recht in gültiger Fassung als absolutes und unabänderbares Konstitut versteht, kann man schon mal so weit kommen; hätten man das 1997 auch gemacht, würde Dich das vermutlich auch nicht betreffen und dem Rest könnte man weiter vorwerfen, dass sie sich ihren Ehepartner ja selbst ausgesucht haben oder es die Abtreibungen in die Höhe treiben würde, wenn man die Vergewaltigung nicht ausschließlich außerehelich betrachtet.
Das hat tatsächlich mal funktioniert und der Rest formuliert natürlich nur ein nettes und höfliches „Nein, danke“?
Klar, Du würdest auch einfach Deinen Chef blockieren... Zumindest meine Trainer verschicken auch über die Kanäle gerne mal wichtige Infos...
Aber was soll’s, wenn sie’s stört oder nicht aushält, kann sie ja das Team wechseln, gleich umziehen oder halt einfach „damit leben und umgehen“... 2018. (/e: Das löst natürlich auch das Problem und er wird danach einfach aufhören und wenn sie ihre Ruhe hat, kann die nächste Frau dasselbe machen und die nächste und die nächste... Wie beim Enkeltrick, einfach nicht darauf reinfallen und schon ist das Problem aus der Welt...)
Was hat sich denn seit den ganzen anderen Fäden konkret getan? Bei Dir, bei Euch im Team, im Verband, im Hinblick auf andere Teams und Gespräche oder war es einfach mal ein Brainstorming und man hat darüber gesprochen?
Doch! Man könnte viel mehr, das hat auch die Kampagne #CoachDontTouchMe bewiesen. Dasselbe in den Fällen des HABV. (... und das sind nur zwei kampfsportbezogene Dinge.)
Man könnte - so wie es bei Souza gemacht wurde - darauf aufmerksam machen und den Sportlern die Möglichkeit geben, sich zumindest zu überlegen, ob sie bei einer solchen Person trainieren wollen oder es beim Probetraining oder Seminar im Hinterkopf haben und nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden, dazu müsste man allerdings ganz an die Öffentlichkeit treten und auch Namen nennen. Man könnte Kontakte knüpfen oder auch mal die offizielle Sicht darstellen oder den offiziellen Standpunkt darlegen. Man könnte eine klare Null-Toleranz-Politik vermitteln (und müsste dann natürlich auch so handeln und nicht direkt Ausnahmen machen). Man könnte klare Fronten schaffen und beziehen.
(Als simple Beispiele und nicht als Vorwurf, da ich es hier tatsächlich nur als konstruktiven Meinungsaustausch sehe und Du so viel machst, dass Vorwürfe nicht angemessen oder sachdienlich sind.)
Du könntest die Plattform hier nutzen, um dem Wunsch der Frau nachzukommen und möglichst vielen Frauen die konkreten Informationen zukommen lassen. Du könntest Deinen Namen im Sport und die wohl größte deutsche Plattform im Kampfsportbereich (und das sportartenübergreifend) zur Mobilisierung, als Druckmittel, als Sprachplattform und zur Präventionsarbeit nutzen. Du könntest hier den betroffenen Personen eine Sprachplattform - deren Echtheit durch Dich verifiziert werden könnte - eröffnen und ihre Anliegen vertreten, wenn Du schon mit Teilen an die Öffentlichkeit trittst. (... und auch sonst gibt es noch so viele weitere Möglichkeiten. Du hast einen Namen und einen Einfluss im Sport, wie >99% der Sportler ihn nicht habe und wenn die Plattform des KKB nicht reicht, was denn dann? Wo erreicht man mehr aktive Sportler? Warum wirbt Björn hier für seine Produkte, warum werden hier Seminare beworben usw. Wenn nicht hier, wo denn dann?!)
Wenn man hier nicht mehr machen kann, wo denn dann? Was hier geteilt wird, kann und wird auch häufig in die Teams getragen und wenn es nur einzelne Personen gelesen haben.
Man könnte hier noch viel mehr machen, die Plattform des KKB ist weit größer und flächendeckender, als alles, was bspw. ich persönlich im KS zur Verfügung habe.
... oder man hat halt mal drüber gesprochen und macht genauso weiter wie bisher (was nicht heißt, dass es bisher (bei euch oder Dir) schlecht läuft). Brainstorming ist ja schön, dann sollte man daraus allerdings auch etwas entwickeln, mitnehmen und aktiv umsetzen; Brainstorming bringt überhaupt nichts, wenn man es danach in die Tonne kloppt, ähnlich wie man nach vielen Katastrophen nach wenigen Wochen so tut, als wäre es nie passiert.
Nur die Aussage, dass man hier mehr sowieso nicht könne, hat nichts damit zu tun, dass man es nicht könne, sondern dass man es - aus welchen Gründen auch immer - nicht will.
(Wenn man hier nicht mehr könne, gibt es bspw. auch keinen Grund, warum man den Namen nicht veröffentlicht, was sollte schon passieren.)
Stimmt, das ist auch nicht die Aufgabe.
Es geht in einem Faden, der „Jackson Souza“ heißt und sich konkret auf die Person bezieht und was die Person von ihrem eigenen Team mit- und abbekommt oder einer Nachricht, die sich auf einen konkreten Schwarzgurt bezieht, nicht um einen Fall oder ein Team?
Dann hätte man auch einfach einen der ganzen anderen „allgemeinen“ Fäden wiederbeleben können und nicht einen Namen nennen müssen, oder? Das Handeln im Bezug zu dem formulierten Sinn widerspricht sich mMn doch ziemlich stark.
Da hätte man dann nicht einmal eine Einschränkung aufs BJJ treffen müssen, derartige Vorfälle gibt’s auch im Boxen und außerhalb des Sports.
Ich dachte eigentlich, es ginge hier darum, Personen aufmerksam zu machen und weitere Vorfälle bestmöglich zu unterbinden oder eine gewisse Achtsamkeit zu wecken. Schlussendlich sehe ich hier nur ganz unterschiedliche und relativ willkürliche Würdigungen, die mMn nicht gerade positive Signale an die betroffenen senden (können) - und mir das bereits von mehreren Frauen (/e: zwei Sportlerinnen aus dem Stand und eine Supporterin aus dem BJJ) bestätigt wurde, mit denen ich gestern mal über den Faden gesprochen habe und die ihn sich dann durchgelesen haben. (Hättest Du bspw. die andere Nachricht nicht anonym veröffentlicht, hätte sich nie dargestellt, dass auch jemand, der offensichtlich genauso an der Vermeidung und Verhinderung interessiert ist und der den Personen aktiv hilft, mit ihnen darüber spricht und ihnen zur Seite steht, bekannte Schwarzgurte - wenn auch aus nachvollziehbaren Gründen - deckt und ich persönlich würde mich da doch fragen, ob ich als kleines winziges Licht - weit weg vom Schwarzgurt - den Mund überhaupt aufmachen würde, wenn nicht einmal die namenhaften und anerkannten Personen, die sich für die Sache einsetzen, dasselbe machen, sobald sie die Person persönlich kennen und das obwohl sie mir doch irgendwie Glauben schenken (sonst hättest Du es vermutlich gar nicht veröffentlicht, nehme ich an).
Momentan zeichnet sich schlicht das Bild, das ein Gesicht des Sports einen anderen Schwarzgurt öffentlich schützt, weil er ihn persönlich kennt - denn die Unschuldsvermutung gilt auch für Souza, da ist nur vermutlich die subjektive Würdigung "deutlicher" - und trotzdem offensichtlich doch daran interessiert ist/wäre, dass sich solche Vorfälle nicht mehr ergeben; also beinahe eine Zerissenheit, die für beide Seiten nur schlecht ist. Ich frage mich weiterhin nach dem Nutzen und Mehrwert der Veröffentlichung. Wäre überhaupt nichts gesagt worden, wäre das Ergebnis dasselbe, aber das negative Bild zumindest in diesem Moment vermieden worden.
(Mal abgesehen davon, dass es nicht nur um Männer geht und zusätzlich auch noch genug Verhalten von manchen Frauen aktiv dazu beiträgt, dass sich nichts ändert oder man den Fortschritt erschwert, liegt es nicht nur an oder bei den Frauen und ihren Reaktionen, dass sich etwas ändert. Das kann nicht ihre Aufgabe sein, wie viel ist da schon schiefgegangen, wenn wir jetzt auch noch sagen, dass das die Frauen selbst erreichen müssen. Es ist nicht in Ordnung, vollkommen egal, wie darauf reagiert wird.)
Wenn man derartigem Verhalten keine Plattform bietet, es nicht einfach akzeptiert und toleriert oder man halt damit und dem Kindergarten leben muss, wenn man Geschlossenheit oder Zusammenhalt zeigt und nicht nur wegschaut, solange es einen selbst nicht betrifft, kann auch mal eine Person etwas verändern, die nicht selbst betroffen ist.
Das geht weit übers Internet raus und doch sendet auch das ein klares Signal.
+1!
... und sorgt nur dafür, dass er sich halt eine andere Person sucht; verlagert also nur das Problem...
!
Jup, das sagt sich so leicht daher, wie den Kerl einfach mal zusammenzuschlagen und sicherlich ist der Person direkt damit geholfen, wenn sie dann dafür die Konsequenzen tragen darf, wenn’s blöd läuft. Auge um Auge funktioniert nur, solange beide etwas verlieren... (Was nichts über die Wirksamkeit aussagt, aber ich habe mehr als einmal erlebt, wie dann die betroffene Person selbst zum Täter wurde oder zusätzlich zum Rest noch weitere negative (teilweise sehr einschränkende) Konsequenzen getragen hat.)
Der entscheidende Punkt!
Genau das. Solange ich Probleme nur ignoriere, toleriere oder halt damit leben muss und resigniere, wird sich nichts ändern; warum sollte es auch. Solange ich nur nach mir selbst schaue und nicht auch mal für andere einstehe, ebenfalls.
Es darf nicht die alleinige Aufgabe der betroffenen Personen werden, das selbst zu bewältigen und damit klarzukommen - sonst sind sie halt selbst Schuld, wenn der Typ sich daneben benimmt?! - und mal ganz egoistisch gesprochen, unterbinde ich derartiges nicht, weil ich Mitleid mit der betroffene Person habe, sie für ein Opfer oder schwach halte und es ihr nicht zutraue, das selbst zu klären, sondern weil derartiges Verhalten dem entspricht, wogegen ich stehe und da muss man mich weder darum bitten, da hab ich an mich selbst genug Ansprüche, um nicht einfach wegzuschauen oder mir zu denken, dass die Person schon Schlimmeres erlebt hat und es mich nicht betrifft. Es geht dabei nicht um die betroffene Person, sondern ausschließlich um den "Täter", dass der sowas nicht weiterhin abzieht und man ihm signalisiert, dass das nicht toleriert wird. Die Seite der betroffenen Personen ist eine losgelöste Seite, die parallel eine Rolle spielt und natürlich hoffentlich immer weniger stark ausgeprägt ist, je weniger Situationen es gibt.
Das hat nichts mit der armen Frau zu tun und solange es Personen gibt, die um Hilfe bitten oder Aufschreie äußern - und die gibt es in dem Bereich zu genüge - sollten die Personen auch die Hilfe bekommen.
... und an welchem Punkt schließt sich das noch mal genau aus? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendjemand hier behauptet hat, man solle sich in die Opferrolle flüchten oder es einfach über sich ergehen lassen...
Also Füße hochlegen, bis es einen mal selbst betrifft oder sogar noch die Personen, die ernsthaftes Interesse daran haben, dass sich etwas ändert - obwohl sie nicht mal betroffen sind - oder generell helfen wollen, schlechtreden oder anmachen? Hätten das die Männer damals gedacht, als es um Frauenrechte, Selbstbestimmung der Frau oder nur ein Frauenwahlrecht ging... Ja, genau so wird sich etwas ändern...
... oder doch nur um die direkt Betroffenen kümmern und wer außerhalb des eigenen Dunstkreises ist, hat halt Pech gehabt?
Ach, so schwer ist es nicht, das zu ändern - oder kann ich mich da neuerdings auch bei der Erziehung rausreden? Hat bspw. mit dem Rauchverbot auch verdammt schnell funktioniert und da musste man sich ganz anders zusammenreißen und ich behaupte mal ganz dreist, dass es nur oft genug Konsequenzen geben und haben muss, dass die Personen es lernen.
Die letzte Person, die ihre blöden Kommentare nicht für sich behalten konnte, wurde genau 3x von der Matte geschmissen und von 2 Turnieren ausgeschlossen und überraschenderweise hat es dann funktioniert. Zwar kein Umdenken, aber die Betroffenen hatten ihre Ruhe und bekanntlich sind die Gedanken frei.... Gerade im Boxen sieht man immer wieder, wie schnell manche Personen auf einmal die Klappe halten können, wenn sie die Konsequenzen fürchten. Wann hast Du das letzte Mal einen Polizisten beleidigt oder etwas einfach ohne zu bezahlen mitgenommen, nur weil Du es wolltest? Wäre das genauso, wenn da nur jemand stehen würde und sagen, dass das halt alltäglich ist und man es akzeptieren oder damit leben muss? Wie sieht es mit der körperlichen Züchtigung in der Familie aus? Wie konnte das in manchen Teilen so verschwinden, obwohl es doch auch alltäglich war und so lange gedauert hätte, sich umzustellen...
Das ist schön und es ist auch toll, dass Du mit Deinem Mann wohl an eines der brauchbaren Exemplare gekommen bist. Ich habe bspw. auch eine Sarah Alexandra Scheurich als sehr starke Frau (und Kämpferin) kennengelernt und trotzdem setzt sie sich sehr aktiv für eine Änderung im Boxsport ein und resigniert nicht oder redet aktiv die Leute schlecht, die sie in ihrer Sache unterstützen. In anderen Punkten stört es Dich doch auch nicht, wenn jemand "hilft", obwohl Du es doch auch alleine könntest und das sagt doch überhaupt nichts darüber aus, dass Du es nicht selbst könntest... Ich bin mir auch sicher, dass Dein Mann Dich nicht erst jedes Mal fragt, ob er Dir nun helfen darf, die Einkäufe zu schleppen oder Du Dich dadurch in Deiner Rolle als "durchschnittlich emanzipiert[e]" Frau eingeschränkt fühlen könntest oder sogar denken könntest, er hielte Dich für schwach.
Das hat häufig nicht mal was mit Dir zu tun...
An welcher Stelle wurde behauptet, das man das machen solle und auch wenn es Dir Ruhe bringt, könnte man doch mal darüber nachdenken, ob man nicht viel eher gegen das Problem selbst als die Auswüchse vorgehen wollen würde... Man könnte aufhören, nur nach sich selbst zu schauen und nach einem dann die Sintflut.
Ähnlich wie emanzipiert sein wollen und sich auf dem ausruhen, was andere erreicht haben, während man selbst resigniert und es dabei brav auf die Eigenverantwortung schiebt und dass es ja eh nicht änderbar und viel zu alltäglich sei?
Stimmt. Da bin ich komplett bei Dir und doch ist das kein Grund, warum man derartiges Verhalten tolerieren und akzeptieren sollte oder nicht dagegen vorgehen. Ich setzte mich auch dafür ein, dass man anderen Leuten auf der Straße nicht einfach wahllos auf die Schnauze haut, nur weil es auch viel Schlimmeres gibt (und passiert), als jemandem im Vorbeigehen einen Schlag ins Gesicht zu verpassen und weiterzugehen.
Naja, wenn jeder nur an sich selbst denkt, ist auch an jeden gedacht und man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles...
+1!
________
Ich werde auch nie verstehen, warum Frauen, die die Situation selbst kennen und sich doch für so emanzipiert und stark halten, nur an sich denken und auch wenn es sie nicht betrifft oder interessiert, muss man dem Rest nicht auch noch Steine in den Weg legen... Ich kann einem ********* auch einfach zu verstehen geben, dass das Verhalten nicht toleriert wird, ohne die Frau in die Opferrolle zu drücken oder ihr ihre Emanzipation zu nehmen... Wenn ich jemanden für derartiges Verhalten von der Matte nehme, hat das nichts mit der Frau zu tun, sondern ausschließlich ihm/ihr selbst!
Ich erwarte ja auch, dass man den Weißgurt genauso respektvoll behandelt wie den Schwarzgurt und ihn genauso für voll nimmt...
LG
Vom Tablet gesendet.





.)
Mit Zitat antworten