ich hatte meine standpunkte ja schon öfter dezidiert dargelegt, auch hier im forum ...
noch einmal: im judo ist zu unterscheiden zwischen den "offiziellen" (sog. "großen") kata wie bspw. nage-no-kata, katame-no-kata, kime-no kata usw. und all dem, was nicht "kampf" (randori, shiai) ist und deshalb auch als kata bezeichnet wird.
das üben eines wurfes IST kata. und dafür benötige ich NICHT die "offizielle" form "nage-no-kata" (eine zusammenfassung von 15 einzelnen kata).
anfänger im judo üben bspw. einen hüftwurf, OHNE das in form der allseits bekannten "nage-no-kata" zu tun. sie wenden diesen hüftwurf mehr oder weniger geschickt im randori an, nehmen an wettkämpfen teil und sind auch dort mal mehr, mal weniger erfolgreich mit diesem wurf.
gleiches gilt für alle anderen würfe, die sie im laufe der zeit erlernen.
WOZU also noch die nage-no-kata?
diese wird heute im sport(kinder)judo des DJB ab grüngurt in das gürtelprüfungsprogramm reingebastelt. die begründungen dafür finde ich abenteuerlich, aber ich hab damit nichts weiter zu tun und bin sehr froh darüber.
brauche ich, um einem anfänger einen hüftwurf beizubringen, die "offizielle" nage-no-kata?Meine Frage währe daher an dich, wie unterichtest du Judo ohne einen Bezug auf die Bewegungen des Judo´s zu haben(wenn da keine Kata sind und somit auch kein Zugang zu deren Begrifflichkeiten also deren Elemente) ?
nein.
brauche ich, um einem fortgeschrittenen die feinheiten des gripfights und die feinheiten verschiedener wurfvarianten beizubringen, eine "offizielle" kata?
nein.
brauche ich, um einem anfänger einen würgegriff im bodenkampf beizubringen, die "offizielle" katame-no-kata?
nein.
kann ich also werfen und bodenkampf unterrichten, OHNE meine schüler jemals mit den "offiziellen" kata belästigen zu müssen?
eindeutig JA.
die kata des judo dokumentieren ein lehrsystem - wie hug n' roll bereits schrieb - das vor mehr als 130 jahren gut und richtig gewesen sein mag und das von mir aus bis vor 50 jahren auch seine berechtigung hatte.
nur haben sich die zeiten eben geändert.
weshalb sollte ich an formalisierten bewegungen als lehrmittel festhalten, die vor mehr als 100 jahren benutzt und seitdem nicht mehr weiterentwickelt worden sind?
weshalb sollte ich an formalisierten bewegunsgabläufen festhalten, die mir als judoka im kampf NICHT das geringste nützen? ich denke da an kime-no-kata und katame-no-kata ...
weshalb sollte ich meine zeit mit katame-no-kata verschwenden (an der schon der exzellente geoff gleeson im jahr 1967 kein gutes haar ließ!), wenn ich es viel einfacher haben und zum bjj gehen kann?
a propos - wie machen es denn eigentlich die bjj-ler, so ganz ohne kata hervorragende bodenkämpfer auszubilden, die dem durchschnittsjudoka im boden meist überlegen sind ...?
ich habe lange in den kata "geheimnisse" gesucht, habe geglaubt, dort das "verborgene / verlorene wissen" des judo zu finden.
schmarrn.
die kata des judo sind genau so, wie man sie zu sehen bekommt.
keine geheimnisse, sondern auf den unterricht in sehr großen gruppen abgestimmte simple drills grundlegender bewegungen für dummies.
ausnahme: koshiki-no-kata und kime-no-kata, das sind traumtänzereien eines schreibtischtäters (kano).
sambo kommt gänzlich ohne kata aus, bjj kommt gänzlich ohne kata aus, ringen kommt gänzlich ohne kata aus.
warum sollte das im judo anders sein?
nur weil kano sich bewegungsabfolgen aus den koryu "ausgeliehen" und dieselben nach seinen vorstelllungen umgebastelt hat?
was man für das verständnis der würfe im judo benötigt, sind "setups" wie im bjj und "transitions", aber keine streng formalisierten, in alberner feierlichkeit mit ergriffenem gesichtsausdruck vorzutanzenden drei-schritt-übungen.
wer das anders sieht, dem sei das unbenommen.






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