Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
Bist du sicher, dass das konkreter, bzw. einfacher zu verstehen ist?
Ja doch. Das ist ja immerhin ein Interview mit 2 Zeitungs- oder Zeitschriften-Reportern. Und in diesem Teil des Interviews geht es darum, wie die Grundlagen des Aikido Anfängern unterrichtet werden.

Da ich den Eindruck habe, dass hier Zitate aus dem Zusammenhang gerissen wurden, hier der ganze Absatz aus dem Interview:
Zitat Zitat von Kisshomaru Ueshiba
What type of technique do you teach first?

Kisshomaru Ueshiba: Shihonage, a technique to throw an opponent in many different directions. This is done in the same manner as the sword technique. Of course, we use bokken (wooden swords) as well. As I said before, in aikido even the enemy becomes a part of your movement. I can move the enemy freely at will. It follows naturally that when you practice with whatever means you have available, like a staff or a wooden sword, it becomes as much a part of you as an arm or a leg. Therefore, in aikido what you are holding ceases to become a mere object. It becomes an extension of your own body. Next is iriminage. In this technique you enter just as your opponent tries to strike you, and at that time, two or three atemi (strikes) are made. For example, the opponent strikes at the side of your face with his fist or hand blade (tegatana). Using your opponent’s power, you open your body to the left rear as you lead the opponent’s right hand with your two extended hands, continuing the direction of his movement. Then, holding your opponent’s hand you move it in a circular motion around his head. He then falls with his hand wrapped around his head … This, too, is the flow of ki… There are various sophisticated theories about this point. The opponent is left totally powerless, or rather, the opponent’s power is led in the direction you want to take him. So the more power the opponent has, the easier it is for you. On the other hand, if you clash with you opponent’s power you can never hope to win against a very strong person.
Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
- "... a staff or a wooden sword, it becomes as much a part of you as an arm or a leg. Therefore, in aikido what you are holding ceases to become a mere object." Übst du das, einen Stab oder ein Schwert zu einem Teil deines Körpers zu machen? Auch das ist eine Wiederholung einer Aussage von Ueshiba Morihei, der gesagt hat, daß Stab oder Schwert lebendig werden. Wie macht man das deiner Ansicht nach?
Es ist doch in vielen Sportarten so, dass für einen guten Sportler sein Sportgerät (subjektiv) zu einem Teil seiner selbst wird. Das gilt zum Beispiel für Tennisspieler, Golfspieler, Bogenschützen, Surfer, Gleitschirmpiloten. Für jemanden, der in Japan eine Schwertschule besucht, würde ich das als selbstverständlich voraussetzen. Mit Jo und Bokken habe ich selber allerdings dazu viel zu wenig (eigentlich fast keine) Erfahrung.

Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
- "The opponent is left totally powerless, or rather, the opponent’s power is led in the direction you want to take him." Wie übst du das in einer statischen Situation? Auch das ist eine Zitat von Worten seines Vaters. Der hat damit einen Effekt beschrieben, den man statisch und idealtypisch ohne äußerliche Bewegung üben kann. Und auch Ueshbia Kisshomaru selbst hat das, was er hier beschreibt, u.a. statisch geübt. Er spricht hier nicht von ausweichen, durchlassen, umlenken. Sondern, der Angreifer wird vollkommen Kraft-los. Bzw. seine Kraft wird in eine Richtung gelenkt, die ich bestimme. Wie macht man das deiner Ansicht nach?
Hier redet Kisshomaru doch wohl eindeutig von einer dynamischen Situation, die mit einem Faust- oder Handkantenschlag (Yokumenuchi?) eingeleitet wird. Die Beschreibung der Iriminage-Technik klingt für mich wie etwas, was ich als Iriminage Omote kenne. Die Angriffsbewegung des Uke wird weitergeleitet und das Zusammenspiel als Ki-Fluss bezeichnet. Das ist für mich keine Esoterik, sondern einfache Physik: actio = reactio. Wenn das (in anderen Diskussion so genannte) "Blending" und Weiterleiten gelingt, dann wird der Angreifer in diesem Sinn bezüglich des Partners "kraftlos". Der letzte Satz beginnend mit "if you clash with you opponent’s power.." unterstützt meiner Meinung diese einfache Interpretation.
Es mag ja sein, dass das auch statisch möglich ist und dass Kisshomaru das auch beherrschte, aber das ist nicht das Thema in diesem Absatz.

Zitat Zitat von carstenm Beitrag anzeigen
Auch aus meiner Sicht ist diese Aussage, die wohl die allermeisten der heute Übenden so teilen würden, ein fundamentales - vielleicht das fundamentale - Mißverständnis dessen, was aiki bedeutet.
Denn gemeint ist, diese Widerstandslosigkeit in sich selber, innerhalb des eigenen Körpers zu erzeugen. Das ist ein Aspekt dessen, was mit masakatsu agatsu gemeint ist. Und diese Widerstandslosigkeit entsteht, wenn man auf der schwebenden Himmelsbrücke steht und Himmel und Erde verbindet.
Auch wenn ich mich wiederhole: ich kann mich auf Seiten wie https://www.aikidosangenkai.org/blog...bridge-heaven/ nachlesen, was es mit der Floating Bridge of Heaven auf sich hat, aber verstehen im Sinne es mit meinem Aikido-Üben und Unterricht zu verbinden, das ist für mich (zur Zeit?) nicht möglich.