Ist letztlich nichts anderes als Risikobewertung und Riskmanagement (damit hatte ich beruflich schon viel zu tun). Vereinfacht und Verkürzt:
Kleinere Schaden, hohe Eintrittswahrscheinlichkeit, niedriger Aufwand: Maßnahmen sinnvoll (z.B. Pflaster dabei haben um kleiner Verletzungen zu versorgen)

Größere Schaden, niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit, mäßiger Aufwand: Maßnahmen sinnvoll (z.B. Defibrillator and stark frequentierten Plätzen)
Größere Schaden, niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit, hoher Aufwand: Oftmals keine Maßnahmen, da Aufwand und Nutzen unverhältnismäßig sind oftmals eine sehr schwere Entscheidung in der Praxis (z.B. keine Pflicht immer eine Defibrillator mit sich zu führen)

Von dem her, erstmal für die kleinen Katastrophen des Alltags vorzusorgen ist natürlich sinnvoll, bedeutet aber nicht, dass man sich nicht auch auf die weniger wahrscheinlichen, dafür wesentlich ernsteren Situation vorbereitet. Mich hat dieser Thread jedenfalls motiviert in der Richtung meine eigene Vorbereitung zu überdenken und da und dort etwas zu verbessern.

Wie Ralf ja richtig anmerkt: Gerade das Risiko und die Wahrscheinlichkeit eines längeren Stromausfalls ist nicht zu unterschätzen und die Auswirkungen würden schwerwiegend sein (und werden mit stetigem technischen Fortschritt immer kritischer).

Nachtrag:
Ich lese im Moment ein Buch von Dave Spaulding und er betont, dass er Survival als Ziel (für Combatives) nicht mag, weil man auch dann überlebt hat, wenn man hinterher im Rollstuhl sitzt. Er bevorzugt „Prevail“ (siegen, durchsetzen) um klar zu machen, dass es auch darum geht wie man hinterher weiterlebt. Diesen Grundgedanken finde ich ziemlich gut, in den Kontext dieser Diskussion ist dies zweifellos auch übertragbar.
Wenn z.B. bei uns im Winter mal „nur“ die Gasversorgung ausfallen sollte, geht es eher nicht ums Überleben, sehr wohl aber darum Schäden im Haus zu vermeiden und normal weiterleben zu können. In diesem Fall eben durch eine unabhängige Wärmeversorgung.

Und bei allem nicht vergessen, im heute zuleben und sich bloss nicht zuviel Sorgen machen den es kommt meistens sowieso anders als man denkt.
Nur eins ist sicher, lebend kommen wir hier nicht raus.