Es ist wohl so, dass die Bedeutung dieser Begriffe wie Achtsamkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit schwer abzugrenzen ist und dass in unterschiedlichen Kontexten auch alternative Begriffe für Gleiches oder Ähnliches verwendet werden. So verwendet Tada Hiroshi (oder sein Übersetzer ins Englische) in einem Interview auf YouTube den Gegensatz "Konzentration" zu "Anhaftung". Die so verstandene Achtsamkeit hat dann auch den Aspekt der Konzentration, so auf das Hier und Jetzt und auf die gerade ausgeführte Aufgabe oder das Tun.
Aus eigener Erfahrung kenne ich nur Zazen (im Sinne von Sitzen und sonst keiner weitergehenden Bedeutung). Ich kenne es so, dass Anfängern geraten wird, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten, gerade um sich nicht in Gedanken zu verlieren, aber eigentlich soll man seine Aufmerksamkeit auf nicht Spezifisches fokussieren. Ich kenne auch das Annehmen, Akzeptieren und sein lassen von Schmerzempfindungen, wie Krämpfe in meinen Fußsohlen, weil es als Teil des Panoramas gedeutet wird ohne es zu verdrängen oder sich darauf zu fokussieren.
Ich sehe da in der Tat einen engen Zusammenhang zu dem Flow-Zustand, wie in Mihály Csíkszentmihályi verstanden und erforscht hat. Ein Aspekt ist die Konzentration auf und das Aufgehen in eine Aufgabe, die mit erlernten unbewussten Prozessen bewältigt wird. Ein Metapher oder Bild, das öfters in dem Zusammenhang genannt wird ist der stille Geist, der die Wirklichkeit wie in einem Spiegel widerspiegelt.
Den Begriff "Panorama-Bewusstsein" habe ich zum ersten Mal gestern in dem Wikipedia-Artikel gelesen (oder bewusst wahrgenommen), mir gefällt er aber gut. Ein lustiges, triviales Beispiel ist Post #31 aus dem Armschlag-Thread: wenn jemand mich mit der Hand am Handgelenk greift, so könnte ich mich aufmerksam darauf konzentrieren, die Hand wegzuhauen oder zu hebeln und dabei so unachtsam zu sein, dass ich einen Schlag zum Gesicht übersehe, oder umgekehrt die Chance verpasse, dem Gegner ins Gesicht zu hauen.
Auf einem höherem Niveau könnte das Vermeiden, Erkennen und Ausnutzen von Lücken mit automatisierten, internen Prozessen am Beispiel von Kendo so aussehen:
Dabei bezog ich mich auf den in Post #282 zitierten natürlichen Prozess der Automatisierung (insbesondere von Bewegungen, aber auch das Erkennen von Bewegungen).Zitat von Moriji Mochida, 10th dan Kendo
Ja danke, der Dialog gibt gut wieder, was ich meinte. Allerdings hinkt IMO das Beispiel mit dem knallenden Feuerwerkskörper, weil der ja nicht nur eine Schreckreaktion auslöst, sondern auch körperliche Hörschäden verursachen kann.






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