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Thema: Mit Schlag auf den Arm die Hand befreien?

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  1. #29
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    Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
    Was einen Angriff angeht , bin ich schon der Meinung , das man genau spürt ob Richtung , Kraft und Konsequenz stimmig ist , für die konkrete Aufgabenstellung .
    Aber was das Fallen bzw. Bewegen des Anderen angeht , yep , da entstehen immer wieder mal Reaktionen (jetzt unabhängig von Aikido oder irgendwas ) , wo man sogar selber denkt , der hat doch jetzt übertrieben oder es zu leicht gemacht. dann frage ich immer nach , was gerade war ^^ wenn er mir versichert , er konnte nicht anders , dann ist Cut. dann sehen wir uns die Konstellation nochmal ganz genau an , um zu sehen , was war diesmal ev. anders . hier legen die interessanten Details zum erforschen . ^^
    also ja, auch bei den Reaktionen des eigenen Partners, ist für einen Selbst manchmal schwer einzuschätzen, ob Fake oder nicht . (egal ob gewollt oder nicht ) .
    immer wieder spannendes Thema.
    Vielleicht sollte ich nicht mehr nach Mitternacht Beiträge posten.

    Mit dem Wort "Angriff" habe ich dem Zusammenhang schon die Gesamtheit der Aktionen und Reaktionen des Uke (Angreifers) gemeint, nicht nur den initiierenden Schlag oder Griff. Und es sind dann oft die Reaktionen, die ich so schwer einschätzen kann, also ob Uke sich von selbst fallen lässt, versucht Widerstand zu leisten und wenn ja wie ernsthaft. Also kann ich deiner Aussage voll zustimmen.

    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Nein, er meint, wenn ich ihn richtig verstehe, dass er als Uke erspüren muss, wie er sich verhalten soll, damit es für den werfenden einfacher ist mit seinem Angriff umzugehen, und das halte ich für falsch, mit dem "nachtanzen" bin ich daher auch nicht einverstanden.
    Halbrichtig verstanden: im Dojo bin ich natürlich an einer harmonischen Übungs-Atmosphäre interessiert wie auch die meisten meiner Übungspartner. Intention und Intensität des Angriffs muss ich daher dem Partner anpassen. Ich kann einen Anfänger nicht mit der gleichen Intensität angreifen wie einen fortgeschrittenen Dan-Träger. Bei uns wird von den Ukes auch erwartet, dass sie aufmerksam genug sind um falls notwendig einen Angriff (also Schlag) stoppen zu können. Bei einigen fortgeschrittenen Partnern habe ich eher das Problem, dass ich weder technisch noch konditionell/kraftvoll genug mit der gewünschten Intensität angreifen kann.

    Das gleiche gilt natürlich auch für Nage, der die Intensität der Ausführung seiner Techniken dem Können des Uke anpassen sollte. Wobei hier sowohl Überforderung als auch Unterforderung idealerweise vermieden werden sollte. Nicht wenige fortgeschrittene Ukes wollen so geworfen werden, dass sie mit Schmackes fallen können (statt nur abrollen).

    Auch erfahrene Aikidoka werden älter, bekommen gesundheitliche Probleme oder werden verletzt, so dass sie nur mit Einschränkungen trainieren können. Es gibt auch Aikidoka, die überhaupt nicht an der Ausbildung kämpferischer Attribute interessiert sind, was man dann auch respektieren sollte.

    Aber auch wenn beide Übungspartner fit sind und am Kampfkunst-Aspekt interessiert sind und dazu lernen wollen, kann das Problem entstehen dass einer oder beide Partner einer Illusion erliegen. Hier mal ein Beispiel aus meiner Praxis. Vor einiger Zeit haben wir mal eine Kokyunage-Form gegen Shomenuchi geübt, so ähnlich wie es Yamada auf folgendem Video in 0:40-0:45 und 1:00-1:05 vorführt:

    Mein Übungspartner war ein Dan/Hakama-Träger, der bei anderer Gelegenheit mir auch mal eine kleine Beule verpasst hat, also keineswegs überrücksichtsvoll ist. Obwohl ich als Nage eigentlich kein gutes Gefühl hatte, hat die Form doch überraschend gut funktioniert (übrigens in beiden Rollen). Wenn der Uke bei dieser Form nur halbherzig angreift, dann wird man ihn so nicht werfen können. Diese Form setzt also voraus, dass der Uke mit "Intent" angreift, aber dann kann es sein, dass er sich selber wirft - ohne Körperkontakt durch Nage. Hat also mein Übungspartner als Uke mit "Intent" angegriffen oder einfach nur die Form als Rollübung abgespult? Das konnte ich nicht unterscheiden. Vermutlich kommt jetzt auch das Argument, dass man solche Kokyunage-Formen nur ab dem 4. Dan üben sollte.

    Und dann bleibt immer noch das prinzipielle Problem, dass die Techniken vielleicht im Rahmen eines Settings oder der Katas lehrbuch- bzw. lehrvideo-reif funktionieren, dann aber in einem richtigen Kampf oder SV-Situation nicht anwendbar sind. Wenn Rokas das nach 14 Jahren als Halbprofi im besten Alter von 14-28 Jahren nicht geschafft hat, welche Hoffnungen soll ich mir mit 55+ und 3+ Jahren Erfahrung noch machen? Daher sehe ich für mich überhaupt keinen Sinn darin, Aikido als Kampf- oder SV-Training zu üben und aufzufassen.
    Geändert von Aiki5O+ (11-05-2019 um 00:46 Uhr)

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