Der Vergleich zu Schusswaffentoten in den USA finde ich nur bedingt möglich, denn klar erhöht die absolute Zahl an Schusswaffen auch die Zahl des Gebrauchs und der Toten, allerdings wie Little Green Dragon schon schrieb, werden auch dort die meisten Delikte nicht mit legalen Waffen durchgeführt. Bei Messerangriffen kommt aber der besondere Umstand dazu, dass wirklich jeder stinknormale Küchenmessen zu hause hat, die jederzeit für einen Angriff benutzt werden können. Da statistisch nie erfasst wurde, welche Angriffe mit welcher Art von Messer (Kochmesser, Klappmesser, Fahrtenmesser wäre z.B. eine grobe Unterscheidung) erfolgt sind, lässt sich also auch gar nicht sagen, ob Klappmesser aller Art und feststehende Messer bis 12cm (für die meisten sind das einfach Fahrtenmesser o.ä.) das Problem sind. Das bisherige Führverbot nach 42a erreicht eigentlich schon die gleichen Effekte bis auf die 12cm Regelung, aber dafür fehlt wie gesagt eine statistische Grundlage.

Die bisherigen Regelungen sind schon deutlich strenger als in z.B. Österreich, wo es keine Beschränkungen für das Führen von Einhandklappmessern und auch z.B. OTF-Springmessern gibt - Probleme gibt es in Österreich aber auch nicht mehr. London zeigt wiederum den umgekehrten Fall: ähnliche Gesetze wie hier nach der möglichen Änderung, Messerkriminalität nach wie vor hoch. Da hilft es nichts, noch mehr Messerarten zu illegalisieren - das Besitzverbot für Balisongs mit der letzten Änderung des Messerrechts hat genauso wenig etwas an den Angriffen geändert wie es jetzt das Besitzverbot für Springmesser tun wird. Diese dürfen bereits jetzt nicht mitgeführt werden und sind daher nur etwas für Sammler, die jetzt gleichgestellt zu illegalen Schusswaffenbesitzern werden.

Das Problem ist doch vielmehr, dass a) Jugendlich überhaupt Messer für Angriffszwecke führen. Hier muss man das Übel an der Wurzel packen und präventiv arbeiten, die Kids von der Strasse holen, etc. pp. Wissen wir alle seit x-Jahren, aber Geld wird lieber in anderes gepumpt als in Bildung und Betreuung.
b) Wirkliche Täter müssen auch wirklich bestraft werden, auch im Jugenstrafrecht. Einfach mal nach Freilassungen + Messerstecherei googeln und staunen.