
Zitat von
Damiano R.
Warum einige hier nun meinen, Homöopathie-Anwender verhöhnen und mit billiger Polemik überziehen zu müssen, bleibt mir absolut schleierhaft.
Vielleicht weil Du hier selektiv liest oder nur selektiv Aussagen wahrnimmst?
Nicht der Anwender und seine (subjektiv) empfundene Linderung sind primär Gegenstand der Kritik, sondern die Erklärungsversuche zur vermeintlichen Wirkungsweise von Zuckerkugeln ohne Wirkstoff und der falschen Behauptung, dass die Wirksamkeit von Globuli die über den Placeboeffekt hinaus gehen würde ja angeblich längst wissenschaftlich nachgewiesen wäre (und Nein - jetzt bitte nicht wieder mit dem BR Beitrag um die Ecke kommen).
Das sich jeder das reinpfeifen kann was er für richtig hält wurde ja mehr als einmal deutlich zum Ausdruck gebracht. Wenn es demjenigen dann auch noch hilft - umso besser, vollkommen losgelöst ob da aus wissenschaftlichen Gesichtspunkten jetzt tatsächlich irgendwas wirken kann oder nicht. Nur geht es über "Mir hat es geholfen..." nun mal aus den hier zigfach dargelegten Gründen nicht hinaus. Und entsprechende anekdotische Erfahrungsberichte sind nun mal kein anerkannter Standard wenn es um verifizierbare Nachweise geht.
Wenn man sich das bspw. das Vorgehen der Fa. Hevert anschaut:
Die geforderte Unterlassungserklärung hat Fr. Grams m.W. bis heute nicht abgegeben. Hier wäre es jetzt also Sache der Firma Hevert - sofern sie denn tatsächlich der Meinung ist, dass die Aussagen von Fr. Grams juristisch angreifbar wären und hier nicht nur kritische Stimmen über ein Drohszenario unterdrückt werden sollen - das ganze vor die Gerichte zu bringen. Einen derartigen Schritt hat Hevert bislang nicht vollzogen (und wird dies meiner Meinung nach auch nicht tun).
Dann wäre es die Aufgabe der Gerichtsbarkeit festzustellen, ob - nach derzeit gängigen Standards und Methoden - die Aussage das Globuli nicht über den Placeboeffekt hinaus wirken im justiziablen Sinne falsch ist oder nicht. Das Ergebnis zu dem der Richter kommen würde ist dabei vorhersehbar, gerade deswegen wird die Fa. Hevert hier mit Sicherheit die ganze Geschichte nie vor ein Gericht bringen.
Denn wenn man erst "Im Namen des Volkes..." schwarz auf weiß in der Akte stehen hat, dass - Stand heute - eben ein wie auch immer gearteter Mehrwert von Globuli gegenüber Placebos nicht belegbar ist hätten die damit ein veritables Eigentor geschossen.
Persönlich glaube ich zwar nicht, dass so ein Urteil überzeugte Globuli-Befürworter in irgendeiner Weise abschreckt - aber gerade für die "breite Masse" und eben auch für die Frage ob Krankenkassen auch zukünftig hier die Kosten für derartige Präparate übernehmen wäre das für den Hersteller ein potentieller Umsatzverlust.
Umgekehrt würde sich es das Unternehmen - sofern es sich seiner Sache wirklich sich ist - wohl kaum nehmen lassen hier ein Urteil zu seinen Gunsten zu erwirken um dann damit "hausieren" zu gehen.
Insofern zeigt allein schon die Untätigkeit der Fa. Hevert das Dilemma der Homöopathie: Mehr als Anekdoten hat man nicht wirklich zu bieten.
Ansonsten noch ein Artikel aus dem Spiegel der die ganze Sache gut zusammenfasst:
https://www.spiegel.de/kultur/gesell...a-1286056.html
"It's not the size of the dog in the fight, it's the size of the fight in the dog." M. Twain
"Whoever said one person can’t change the world never ate an undercooked bat..."