Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
Das was Du hier verharmlosend mit Euphemismen wie "Abziehen" oder "Besorgen" bezeichnest, nennt sich Raub oder räuberische Erpressung.
Mindeststrafe ein Jahr, in minder schweren Fällen (die ich bei Verwendung eines Messers nicht sehen kann) sechs Monate.
Wenn das die Zielgruppe des Verbots ist, dann einfach mal ein paar davon ein paar Jahre wegsperrren, denn wenn weniger Verbrecher frei rumlaufen wird die Gefahr, die von ihnen ausgeht reduziert und fördert vielleicht ein Umdenken in der Peergroup.

Ein Einhandmesser hat den Vorteil, dass man es schnell einsatzfähig hat. Um jemanden zu berauben braucht man kein Einhandmesser. Da genügt körperliche oder zahlenmäßige Überlegenheit, oder normale Küchenmsser, Schraubenzieher etc.
In London sind die "Kiddies" teilweise zu Säureangriffen übergegangen, um Ihre Opfer wehrlos zu machen. Bei Kontrollen im Moment wohl noch nicht strafbewehrt.
Da werd ich doch lieber unter Vorhalte eines Messers "abgezogen" als dass mir der Verbrecher Säure ins Gesicht kippt, um sich meiner Wertsachen zu bemächtigen.
Ich habe die Ausdrücke gebraucht, die damals üblich waren, bzw. heute noch sind. Mir ging es darum, dass die Zielgruppe eben nicht der klassische Räuber in der dunklen Gasse ist, der "Geld oder Leben" fordert.
Wegsperren ist eine Möglichkeit, allerdings die der Justiz und nicht der Legislative oder Exekutive. Die Möglichkeit ist auch jetzt schon gegeben, wird nur nicht genutzt, weil "sind ja nur Kids" oder "ein Messer ist nur ein Werkzeug", oder "die wollen doch niemanden abstechen".
Zum Thema Einhandmesser - ein Einhand-Slipjoint ist nach wie vor unproblematisch. Man kann natürlich sagen - ich will aber, dass es Einhand und feststellbar ist, weil es sonst zuklappen kann und mich verletzen, aber dann ist man halt schnell beim Stechen gelandet.
Nochmal zu meinem damaligen Eindruck:
Die Kids standen auf Messer, die möglichst fies und verrucht aussahen.
Zuerst waren es doppelseitig geschliffene Dolche oder Butterflys - nach dem Verbot stieg man auf feststellbare Einhandmesser um, die am besten möglichst "military" und "tactical" aussehen sollten. Die Sache ist halt die - die speziellen Spezialeinheiten haben in der Regel keinen erhöhten Bedarf an supertaktischen Zombiekillern. Wenn sie etwas haben, dann sind es i.d.R. dienstlich gelieferte Sachen, irgendwelche Bajonette, oder - was am meisten Sinn macht - einfache Multitools.
Wenn ich aber im Netz nach einem Folder suche, bekomme ich eine gigantische Anzahl an Modellen angeboten, die möglichst schwarz, serrated, mit Blutrillen versehen sind und eine Klingenstärke von 5mm+ haben. Selbst wenn man z.B. beim Böker nach "Gentleman Folder" sucht, sind noch erstaunlich viele taktische Messer in der Auswahl. Ich weiß nicht, was an denen Werkzeug-Charakter haben soll - schneiden kann man damit jedenfalls nicht besonders gut. In meinen Augen sollen die Dinger nur dazu dienen, dass sich der Träger irgendwie besonders fühlen.

Jedenfalls waren die Einhandmesser damals beliebt, daher das Ergebnis. Wird "Säure ins Gesicht" in DEU relevant, wird die Säure verboten. Ist nicht optimal, alles umfassend und super mild, aber wat willste maache?