Mich interessieren die Hintergründe und Grundlagen sehr. Allerdings musste ich im Laufe der Zeit anerkennen, dass speziell in der Karatewelt extrem viel Unfug verbreitet wurde und wird. Und wenn dann mal jemand mit nachvollziehbaren Erklärungen, insbesondere eben bzgl. Anatomie und Physiologie kommt, dann wird er oder sie dann ganz schnell gebremst, was sehr schade ist.

Für mich persönlich ist eigenständiges Lernen extrem wichtig. Das liegt wahrscheinlich an meinem persönlichen "Lerntyp". Ich bin ganz schlecht im "einfach nachmachen" oder "unverstanden ausführen". Erst wenn ich etwas verstehe, kann ich es umsetzen. Natürlich bedingen sich Verständnis und Übung gegenseitig. Zum Glück hat auch mein Karatelehrer seine Lehrmethode dahingehend geändert, dass er nicht mehr nur vormacht und nachmachen lässt, sondern einerseits sehr gut erklärt und andererseits zum eigenständigen Lernen und kritischen Denken motiviert. Dazu kommt das ständige Hineinschnüffeln in unterschiedliche Kampfkünste (z. B. Tai Ji) und verbundene Übungsformen (z. B. Qi Gong, Yoga).

Glücklicherweise darf ich seit 10 Jahren einen Karatestil lernen, bei dem der Stilrichtungsgründer ein nahezu komplettes System inkl. Qi Gong, Partnerübungen, etc. mit Bildern und Beschreibungen hinterlassen hat. Und der oben erwähnte Lehrer hat u.a. einen tiefen Hintergrund in Qi Gong und Yoga. So ist bei uns die intensive Auseinandersetzung mit den Hintergründen fast automatisch gegeben. Übrigens war der Gründer der Stilrichtung zwar Japaner und hat auch in Japan "Karate" trainiert, allerdings hat er seine eigene Stilrichtung weitgehend in China entwickelt und sehr viel vom Bagua abgeschaut.