Kanken, aus unseren gelegentlichen Diskussionen weisst du natürlich, das es bei uns nahezu identisch ist, wie du es beschrieben hast.
Bei den klassischen Schulen des Koryû-Bujutsu ist meist ein hohes Mass an theoretischem Selbststudium erforderlich (aber jede Schule handhabt das so, wie sie möchte).
Ich kann nur für die Hokushin Ittô-ryû Hyôhô sprechen: Vermittlung von Hintergrundwissen ist ebenso zentral wie das physische Training. Das verlangt von den Lehrern einiges ab, ja.
Bei uns zählt dazu natürlich Geschichte, insbesondere die Zeit, in der die Schule entstand und gross wurde (sprich 19. Jhd.). Der Schüler muss ein Gespür dafür entwickeln, wie es damals zu und her ging, schliesslich waren das Leute aus der eigenen Schule und mit denen verbindet uns ja etwas.
Ausserdem werden auch Verhaltensregeln unterrichtet. Egal ob das nun mit Schwert oder ohne ist.
Zentral ist auch die Vermittlung der philosophischen Lehren der Schule. Jede Ryûha hat da meist ein umfassendes Lehrgebäude dazu, welches zudem üblicherweise Hand in Hand geht mit den technischen Prinzipien der Schule.
Die japanische Sprache ist ein weiterer elementarer Baustein. Das rudimentäre Level bekommen Schüler natürlich während des Trainings mit. Aber ab der dritten (von fünf) Makimono sind weitergehende Sprachkenntnisse zwingend. Jemand auf diesem Level muss fähig sein, einen Unterricht vollständig auf Japanisch abhalten zu können inkl. weitergehenden mündlichen Unterweisungen und bei gesellschaftlichen Verpflichtungen müssen diese Leute auch vermögen Konversation zu führen, z.B. mit geladenen japanischen Gästen.






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