Im letzten Jahr sind nach meinem Wissen 4 Boxer und 2 MMA Kämpfer im Ring totgeschlagen worden. Da das Verhältnis zwischen Boxen und MMA (sowohl in der Anzahl der Kämpfe als auch in den Kampfzeiten) deutlich über 2:1 liegen dürfte, kann ich nicht nachvollziehen, worauf sich deine These stützt.
Ich glaube nicht, dass ein zu später Kampfabbruch eine Frage von Boxen oder MMA ist. Da gibt es innerhalb dieser Lager schon gewaltige Unterschiede, die schlicht auf Vorgaben des Veranstalters oder persönliches Versagen des Refs zurückzuführen sind.
Das Problem ist bei beiden der "Macho"-Aspekt. Vom Publikum und betroffenen Kämpfern selbst wird ein früher Kampfabbruch eher kritisiert als honoriert.
Das ist Unfug. Ohne Frage bist du bei einem Kampf gepusht, dass erzeugt aber eher einen Tunnelblick auf deinen Gegner, als dass es dich von diesem ablenkt. Jeder der im Ring boxt weiss, wie sich ein starker oder angeschlagener Gegner anfühlt. Der Verstand funktioniert selbstverständlich auch noch, sonst könnten die Leute die Regeln nicht beachten.
Die Verfechter von Sportarten wie Boxen oder MMA werden nicht müde zu behaupten, dass deren Training und Kämpfe sozusagen echte Männer formt, den Charakter und das Wertesystem positiv beeinflusst. In meinen Augen völliger Bullshit. Würden sich Schläger, Gewalttäter, die "Unterwelt" für diese Sportarten interessieren, begeistert mitkämpfen oder im Publikum supporten, wenn dem so wäre? Wohl eher nicht.
Ich sage dir, wovon ich überzeugt bin:
Diese Sportarten verhelfen den schlechtesten Charakterzügen und Eigenschaften zum Durchbruch. Die Leute prügeln im Ring gnadenlos aufeinander ein, weil sie gnadenlos sind. Sie müssen häufig vom Ref von ihrem unterlegenen Gegner regelrecht weggerissen werden.
Nicht, weil sie dessen Wehrlosigkeit nicht erkennen - sie sind schlicht freiwillig nicht bereit, von ihrer "Beute" abzulassen.
Genauso, wie ich mir bewusst bin, dass man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren kann, bin ich doch davon überzeugt, dass die Mehrheit dieser Kämpfer
ihre Gegner im Kampf töten würde, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen würden - indem beispielsweise der Ref pennt und nicht eingreift.
Ich glaube nicht an das Gute im Menschen. Die Mehrheit der Menschen lebt nur durch Zwang und Gesetze friedlich zusammen.
Entsteht ein Freiraum, wo sie töten können - dann töten diese auch. Das hat die Geschichte vielfach gezeigt, auch von uns kultivierten Deutschen.
In den 30ern sind ganz normale Durchschnittstypen im Rahmen von Progromen zu Abertausenden über ihre Nachbarn hergefallen, haben die bestohlen, geschlagen, erschlagen, vergewaltigt. Einfach deshalb, weil es "erlaubt" war. Glaubst du, das könnte heute nicht mehr passieren, wenn der Staat versagt?
Ich nicht.
Es ist nicht das Adrenalin - es ist die uns eigene, tiefsitzende Bösartigkeit.
Die EAV hat bereits vor Jahrzehnten in ihrer genialen Art das Problem beschrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=7IlUCJfl79M






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