"Im Verlauf der Forschung habe ich meine Verwendung des Begriffs wu wei als
natürlich Handeln definiert."
genauer schreibt sie:
Der Begriff wu wei geht auf die Shun-Zeit und somit 1800 Jahre vor
Laozi (2300 v. Chr.) zurück. Laozi setzte den Begriff wu wei in Bezug zu
dem Begriff des Dao, wodurch es zur kosmischen Grundlage und zentral
im daoistischen Denken wurde (vgl. Chung 2006: 14). In der Geschichte
des Daoismus erfuhr der Begriff wu wei viele Rezeptionen, die wu wei mit
unterschiedlichen Aspekten von philosophischen Überlegungen verband.
Darauf näher einzugehen ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Kurz
jedoch möchte ich, in Erwähnung der zwei wohl bekanntesten Strömungen des Daoismus, klarstellen, dass das Konzept wu wei in Verbindung
mit dem Dao nach Laozi auf die Wirkungsweisen in der „Kunst des
Regierens“ (Chung 2006: 34) angewendet wurde, während Zhuangzi die
Vereinigung mit dem kosmischen Dao betont und somit „auf Meditation
ausgerichteten Aspekte“ (ebenda) hervorhebt.
Der Begriff wu wei bedeutet, situativ angemessen zu handeln, ohne Ziele
zu verfolgen oder das Geschehen zu bewerten (vgl. Hackethal 114 ff.). Im
Kontext von wu wei steht im Daoismus die Frage nach einer idealen
Funktionsweise und damit die Frage nach dem besten Weg, etwas zu
erreichen, im Vordergrund (vgl. Möller 2001: 30).