Wenn man Wuwei im Kontext des Menschen betrachtet, dann muss man sich zuerst die psychische Komponente des Menschen angucken.
Dort meint es „das Nichts wirken lassen“. Das Dao west in der Einheit von Sein und Nichts (bei Geldsetzer und Hong sehr schön auf S. 212f ausgearbeitet)
Da „Sein“ und „Nichts“ eine Manifestation von Yang und Yin in der Welt sind muss man sich angucken was das „Nichts“ im daoistischen Sprachgebrauch im Bereich der menschlichen Psyche ist. Dazu hat Darga ja eine schöne Übersetzung als Promotion gemacht.
Dieses „Nichts“ und dieses „Sein“ sind natürlich in der Welt nicht immer „rein“ sondern werden durch die acht Trigramme dargestellt.
Der Mensch wird unterteilt in Psyche (Yang) und Körper (Yin). Die Psyche wird wieder unterteilt in Verstand (Yi, Yang) und Geist (Shen, Yin).
Das Schriftzeichen für „Dao“ ist ein „Kopf über Weg“. Geldsetzer und Hong zeigen sehr schön die Idee dahinter: Man muss seinen Kopf in Bewegung setzen, es ist eine Denkbewegung, oder auch die Bewegung des Denkens selbst. Man kann es auch so sehen das es der Kopf ist als Ausgang für eine Bewegung. Daher kommt die Bedeutung des Prinzips des Erstens (Geldsetzer/Hong S. 208).
Im Kontext des Menschen wird das Dao also durch Xing (die Wesensnatur, mit ihren Komponenten Yi und Shen) im Kopf verstanden. Dazu muss man aber Shen und Yi harmonisieren.
Xing kann man aber nur harmonisieren wenn man auch Ming (die Lebenskraft, bestehend aus Qi und Li) harmonisiert. Letztlich müssen dann das harmonisierte Xing UND das harmonisierte Ming harmonisiert werden damit man, als Mensch, das Dao verwirklichen kann.
Das wiederum bringt uns dann zur daoistischen Lebenspflege, den körperlichen Übungen (um eben Ming zu harmonisieren) und der Arbeit mit „Ideen“ (um Xing zu harmonisieren). Die „TCM“ baut dann wiederum auch auf diesem „Menschenbild“ auf, da sie von außen auf die Harmonisierung mit Nadeln, Ernährung, Tees, Gymnastik etc. einwirkt. Dazu gehören dann natürlich auch noch die 5 Elemente, die die acht Trigramme ergänzen.
Im Kontext des Kampfes (jedenfalls im Bagua und Yiquan) bedeutet Wuwei das Nichts, die Leere, zu nutzen. Dazu muss man aber verstehen was diese Leere alles im Menschen und der Natur ist. Damit man das aber verstehen kann muss man wissen wie es mit seinem Yang Partner interagiert und was dieser Yang Partner (das Sein) im Menschen und der Natur alles ist.





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