Ok, du hast gefühlt ja schon fünf Tippgeber mit sechs Meinungen. :-)
Ich denke, mit dem Plan, den du hier bisher angedeutet hast, bist du grundsätzlich schon auf einem guten Weg. Die Kraftziele scheinst du dir auch realistisch gesetzt zu haben. Zu denen wäre höchstens noch zu sagen, dass das sehr individuell ist. Ein anderer könnte sich höhere oder niedrigere setzen. Das u.a. macht es bereits schwer, einen allgemeingültigen Standard festzulegen.
Wo du Gedanken reinstecken solltest, wenn du es nicht schon hast: langfristige Planung (Mesozyklen). Es ist nicht zwingend nötig/sinnvoll, ständig 5x5 zu fahren. Es macht Sinn, auch mal Intensitätsspitzen zu setzen mit mehr Gewicht, ebenso auch Volumenspitzen mit weniger Gewicht, und auch Entlastungsphasen, wo man sogar mal gezielt temporär etwas Leistung in den Zielübungen verliert. Der Körper ist ja im stetigen Wandel und das kannst du auch in den Zielen reflektieren. Du brauchst dann nicht den einen Mindeststandard, den du das ganze Jahr hältst. Sondern eher einen variablen Standard bzw. Ziele, angepasst an die Trainingsphase, in der du dich gerade befindest.
Die Einschätzung kommt aus zehn Jahren Wettkampfsport im Gewichtheben, ein Teil davon auch als Trainer. Um erst auf deinen Störmomente einzugehen:Interessant. Wie kommst du zu dieser Bewertung bzgl. Stoßen?
Tatsächlich habe ich es bisher nur einmal pro Woche mit 3x5 (nach dem Bankdrücken) gemacht und sonst nur im Rahmen der WODs (mit leichtem Gewicht, mehr WH). Aktuell mache ich es nur im WOD und ansonsten Handstandliegestütze. D.h. ich bin mir selbst auch nicht sicher ob Nutzen / Risiko für mich im richtigen Verhältnis stehen.
Was mich u.a. störte ist:
- Technisch ist sicher noch viel Luft nach oben (in Hinblick auf das bewegte Gewicht und weniger in Hinblick auf einen sichere Ausführung)
- Das „ablassen“ des Gewichts (negative Phase) insbesondere bei der letzten WH (ich kann es nicht fallen lassen, sonst tötet mich meine Frau – die Fließen!) – das stört mich aber auch beim Schwungstoßen
- Ja, stimmt sicherlich. Für eine Technik, die deine Leistungsfähigkeit ausreizt, müsstest du mehrmals pro Woche gezielt mit einem Trainer daran arbeiten.
- ebenfalls richtig, deshalb benötigt man eine Plattform zum Abwerfen. Jedensmal abzulassen, kann sehr hart für den Körper sein. Je nach Gewicht auch auf Dauer zu hart.
Die Grundfrage - die man ja bei jeder Übung beantworten können sollte - wäre, was du dir von der Übung im Plan erwartest. Für mich sind die Gewichtheberübungen eher ein Selbstzweck. Was ja nichts schlechtes ist! Aber:
-Für Schnellkraft gibt es bessere/gezieltere Übungen
-Für Maximalkraft dito
-Für Muskelaufbau dito
-Für Kraftausdauer dito
Was die Heberübungen unter den Hantelübungen noch recht einzigartig macht, ist das Umgruppieren, also der schnelle Wechsel zwischen Beschleunigung der Hantel mit dem ganzen Körper, komplettes Lösen und dann wieder neu Festmachen. Ähnliches hat man aber auch bei anderen Sportarten (Turnen am Reck zB. ...), und wäre für mich keine Sache, die man (speziell ohne Trainer, um es sauber zu machen) in einem regulären Krafttraining abdecken muss.





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