Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
Auch wenn das, was du schreibst, richtig ist, kann ich nur sagen dass die DB, mit denen wir uns ausgetauscht haben, mit der “Umstellung” auf die Vorstellung einer echten Klinge überhaupt kein Problem gehabt haben.
Da wir hier in MS alles unter der Prämisse einer Klinge trainieren hatten wir abgemacht Treffer im Sparring unter diesem Blickwinkel zu sehen und es war für sie absolut kein Problem sich darauf einzustellen.

Mir hat der Austausch wieder gezeigt dass alle Leute, die freies Sparring trainieren, zusammen immer sehr viel Spaß haben und sich mit guter Laune “klopfen” können.
Es gab da kein Ego, kein “meins ist aber besser/authentischer/effektiver/etc. als deins”, sondern nur Leute die schon lange KK trainieren und sich austauschen um gemeinsam zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.
Ich war z.B. sehr von der “Short Power” am kurzen Stock beeindruckt, die ein Teilnehmer von den DB hatte, da das etwas ist was auch in unserer Linie sehr wichtig ist und sie über andere Wege zum gleichen Ergebnis gekommen sind (auch wenn wir da nicht, mangels Zeit, in einen tieferen Austausch gehen konnten). Am Ende bleibt halt das über, was funktioniert.

Wir sehen halt unser Training unter dem Blickwinkel des Klingenkampfes und die DB unter dem des Stockkampfes. Sind halt andere Schwerpunkte, aber dennoch kann man sich ja auf die Sichtweise des Anderen einlassen und sein Zeug dahin übertragen.

Wichtig ist immer nur dass man ehrlich zu sich selber ist und nichts ist besser dazu geeignet diese Ehrlichkeit zu überprüfen als ein Austausch mit anderen Leuten die Ihr Zeug ebenfalls unter realen Bedingungen testen.
Das würde ich so auch absolut unterschreiben, wie gerade eben in einem anderen Faden geschrieben halte ich es prinzipiell für einfacher, VK "scharf" zu machen als ohne Widerstand/Gegenwehr geübtes VK-tauglich. Ich weiss ja nicht, wie Ihr edge alignment usw. kontrolliert - ich habe es deswegen erwähnt, weil das in den HEMA ein oft heiss diskutiertes Thema ist, auch oder gerade weil die Trainingsschwerter bzw. Federn da ja eine klare Schlagkante haben. Michael Edelson hat mehrfach darüber geschrieben ("Cutting with the Medieval Sword: Theory and Application", er hat seine diesbezüglichen Ansichten auch in die HEMA-Komödie "Talhoffer Society" einfliessen lassen); Edelson ist der Meinung, man müsse mit einem scharfen Schwert schneiden, anders könne man die Treffer fast nicht beurteilen, im Wettkampf oder Sparring sei dies sehr schwer und die Mehrheit der Ausübenden würde sich da keine Gedanken dazu machen und gewissermassen davon ausgehen, dass "die Waffe das erledigt". Ich persönlich gehöre ja ohnehin zu der Fraktion, die den aktuellen Wettkampfmodus im Langen Schwert extrem kritisch sieht (weil er aus meiner Sicht regeltechnisch ein rein modernes Phantasieprodukt ist), aber das ist ein anderes Thema... Aber um aufs Thema zurückzukommen: Für mich ist der Kampf mit Klingenwaffen, die länger sind als eine Machete oder ein Feldspaten primär von historischem Interesse, weil ich für mich keinerlei praktische Übertragbarkeit darin sehe. In Folge dessen stellt sich natürlich die Frage, warum etwas sich so oder eben anders entwickelt, und in welchem Kontext was vorteilhafter ist. Das man wissen sollte, was man da eigentlich macht, halte ich für unbestritten, und dass man etwaige Übertragbarkeiten eher praktisch testen als herbeiphantasieren sollte ebenfalls - soweit das eben legalerweise möglich ist Über den konkreten Modus dieser Überprüfung ("was sind wofür reale Bedingungen?") sollte man sich m.E. aber dennoch hin und wieder Gedanken machen.

Beste Grüsse
Period.