Zitat Zitat von Julian Braun Beitrag anzeigen
Na ja, ich denke im wörtlichen Sinne ist diese Frage nicht wirklich spannend. Dass das, was wir unspezifisch als Bewusstsein bezeichnen, in besonderem Bezug zum Gehirn steht, darüber besteht vermutlich Einigkeit bei den meisten Menschen.
Ob es "da sitzt" ist hingegen schon eine Frage, von der ich jetzt noch nicht sehen kann, dass ausschließlich Hirnforscher sinnvolles dazu beitragen können (oder überhaupt die Führungsrolle beanspruchen können); ebenso bezüglich der Frage "was denn da vielleicht sitzt" und wie dieses Was sich zum Gehirn verhält.

(Und bezüglich des Geistes in der Leber, ist dann der Leber-Experte maßgeblich?)
Im Grunde ist das ja eine rein materialistische Sicht auf die Welt, aus der Seemann auf den Körper schaut, was dazu führt, dass das Bewusstsein einfach nur als eine subtilere Form der Materie oder der Organisation derselben angesehen wird, die unseren Messinstrumenten bisher verborgen geblieben ist. Das ist die Sicht der Naturwissenschaft, Phänomene von außen zu betrachten und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Die Frage ist aber, ob das die einzig gültige Sicht ist, die Welt zu betrachten, bzw. eine geeignete Sicht darstellt, um die Welt in ihrer Gesamtheit, die dann das Bewusstsein mit einschließt, zu verstehen. Da bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, obwohl ich selbst Physiker bin. Was man immer bedenken sollte: Die Naturwissenschaft kann eigentlich nur deswegen exakt sein, weil sie bestimmte Grundannahmen über die Welt macht, bestimmte Axiome setzt. Z.B. nimmt man an, dass die physikalischen Gesetze an jedem Ort des Universums gleich sein müssen, d.h. die Maxwell-Gleichungen z.B. gelten sowohl auf der Erde als auch im Andromeda-Nebel, denn ohne diese Annahme könnte man keine Physik betreiben. Man könnte wahrscheinlich sagen, in diesem Sinne schauen die Naturwissenschaften voreingenommen auf die Welt, weil sie sonst schlicht nicht funktionieren würden.