Wenn ich das übe (Parallelstand und Drücken gegen die Hände), bilde ich mir ein, dass ich nicht die Kraft vor Einwirken umleite. Einfach weil ich gar nicht weiß, wie das geht. Der Schiebende drückt auch nicht selbst nach unten.
Hier siehst du mal ein Beispiel. Der „Blaue“ schiebt schon mit ganzer Wucht, und wie man sieht, sicher nicht nach unten.
Es gibt auch eine Übung (auf sehr hohem Niveau), in der der Geschobene im Parallelstand steht und ein Schiebender gegen die Hände arbeitet. Dann geht der Geschobene in die Knie, bis er schließlich ganz unten ist, also der Hintern fast den Boden berührt. Anschließend geht´s wieder hoch. Die ganze Zeit drückt dabei der Schiebende. Dort geht´s um skelettales Alignment, effiziente Muskelnutzung, den Aufbau eines connected und definiert disconnected body.
Aber die einzige Chance für das Weiterleiten der Kraft ist längs durch den Arm, auch bei horizontaler Krafteinleitung, was der Fall ist? Also damit eine Komponente nach unten? Mit einem einfachen mechanischen Modell wird man aber denke ich nicht weit kommen, weswegen auch die mechanistische Betrachtung der Kippsicherheit m.E. nur bedingt weiterhilft. Denn danach müsste man immer umkippen, was bei den meisten ist´s ja auch der Fall, nicht aber eben bei den Geübten.
Vielleicht ist´s hilfreicher, das Ganze mal von der Ergebnisseite aus zu betrachten. Es ist ein Fakt, dass das horizontale Schieben gegen Hände im Parallelstand mit Stehenbleiben funktioniert (ebenso in der Hocke, auf einem Bein, gegen eine Hand auf einem Bein, …). Auch dass Soloübungen erforderlich sind und erheblicher Zeitaufwand, das auf hohem Niveau auszuführen.
Die (oder eine) allgemeine Erklärung ist die Arbeit über die Faszien/definierte minimale Muskelnutzung und korrekte Ausrichtung des Körpers mit gezielter connection/disconnection. Inryoku schreibt von „slack out im Körper“, carstenm von „Expandieren in 6 Richtungen“ und Aufbringen einer Zugspannung im Bindegewebe. Läuft m.E. auf das bekannte Bild hinaus, eine „Spannung“ im Körper in der Entspannung zu haben. Man könnte sich fragen, inwiefern eine "ohne slack" bzw. unter Zug stehende „Hülle“ im Körper diesem zu einem Gleichgewicht gegen eine frontale Kraft verhilft.
Oder man fährt einfach mal zu jemandem, der es kann, und lässt zumindest die praktischen Aussagen verifizieren.






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