Zitat Zitat von Katamaus Beitrag anzeigen
Also kann man damit nur sinnvoll beginnen, wenn man schon einen soliden Hintergrund als KK/KSler hat?
Was ist denn bspw. mit Kindern von TaiChi-Großmeistern, die mit 5 Jahren mit ihrem Training beginnen. Ich hätte gedacht, die lernen erstmal Struktur und die Anwendung kommt später? Oder Karatelehrer, die zunächst 10 Jahre lang eine Kata lernen mussten? Ist es da nicht umgekehrt? (Würfe z.B. werden hier nur selten gelehrt. Spitzen-Wettkämpfer trainieren die aber in aller Regel auch irgendwie irgendwo (meist im Judo) und können meist auch ganz ordentlich Fegen und Werfen. Genauso machen wir nicht in allen Stilen Bodenkampf. Im SV-Training kommen aber mindestens Get Up-Übungen hinzu. Usw. usw.)
Ich würde sagen, es kommt drauf an – was soll die Person lernen, und was soll sie damit machen? Wenn jemand Stilerbe werden und die Sachen möglichst unverändert weitergeben soll, dann trainiert man den eben so früh wie möglich und nur in dem Stil. Wollte man dagegen jemanden produzieren, der im Käfig abräumt, dann steckt man den als kleines Kind wohl erstmal ins Boden- und Geräteturnen und schickt ihn nebenbei vielleicht noch zum Rugby oder in den Leichtathletikverein, bevor dann ab einem bestimmten Alter auch Technik trainiert wird – dann aber wieder abgestimmt auf das Szenario. Die russische Schule macht das in der Regel so; die Idee dahinter ist nicht zuletzt, dass sich das Kind dann den Sport aktiv aussuchen soll (was das Motivationsproblem umgeht), andererseits auch nach Eignung ausgesiebt wird, wenns um Leistungssport geht.
SV ist wieder was anderes, ich persönlich bin ja der Meinung, dass viele Anbieter da «SV» draufschreiben, aber letztlich was anderes verkaufen – aber das ist ein anderes Thema. Aber auch da würde ich argumentieren: Will man jemand möglichst schnell in einer «klassischen» physischen Konfrontation recht ungeniessbar werden lassen, dann schickt man den eher ein, zwei Jahre in den Boxclub (o.ä.) und lässt ihn nicht zuerst zehn Jahre Katas laufen