Ich kenne Ties Kool ja flüchtig von diversen HEMA-Events, wo wir beide als Trainer da waren. Ich habe mir die DVD von ihm mal angeschaut und ihn später drauf angesprochen, wie er selbst den Stellenwert in seinem eigenen Training bewerten würde. Er hat dann gemeint, es sei nicht schlecht, aber ihm selbst hätte es nicht allzu viel gebracht. Er schwört eher auf moderneres Zeug wie die Agility Ladder, was ich sehr lustig fand, weil ich die für heillos überbewertet halte
Ansonsten kenne ich in der Schwertszene mehrere Leute, die das mal zwischendurch machen, aber niemanden, der das exzessiv betreiben würde. Bei den indischen Ringern waren Clubs bis Mitte des 20. Jh. ja sehr populär, inklusive der richtig schweren (25kg+) Dinger, aber inzwischen hat man die mehrheitlich durch simple Kurzhanteln ersetzt. Im Iran werden die noch häufiger verwendet, aber eher leichtere Varianten, die häufig auch in die Luft geworfen werden.

Ich würde sagen, in Summe läuft sichs wieder mal darauf hinaus, was man alles macht und was man wie abdeckt. Das, was Ties hier zeigt ist eher die westliche Variante, typisch für das 19. Jh., und ich würde den Sinn eher bei "Training bei vollem Bewegungsumfang", "Koordination" und allenfalls noch "Ausdauer" sehen, also eigentlich Dinge, die man meines Erachtens bereits weitgehend über das Training mit den verschiedenen Waffen selbst abdecken kann; bei den indischen Ringern waren die Bewegungen in der Regel viel simpler und kraftausdauerorientierter, mit Fokus auf den Wechsel von bewusster Spannung und Entspannung, eher mit dem zu vergleichen was im traditionellen Karate mit den Chi Ishi gemacht wird. Somit ein ganz anderes Einsatzgebiet und ne komplett andere Baustelle.