Mich überrascht das ehrlich gesagt nicht im geringsten. Einerseits kommen die Übungen grundsätzlich auch eher aus der Ecke und wurden historisch – im Osten wie im Westen – nicht selten zusammen gelehrt. Das Grundprinzip ist ja wirklich auch ähnlich, nämlich mehr oder weniger konstanten Schwung auf einen Gegenstand mit einer bestimmten Masse zu übertragen.
Was das Gewicht angeht – ich möchte hier nicht den Mythos des ach so schweren Schwertes bedienen, den hört man ohnehin schon viel zu oft. Die meisten Einhandschwerter bewegen sich zwischen ca. 800 und 1200 Gramm, die Langen Schwerter bei 1300-1700 Gramm, vielleicht noch ein klein bisschen darüber. Abgesehen davon gibt’s dann noch den wirklich langen Zweihänder / Montante / Greatsword, der aber schon fast eher eine Stangenwaffe als ein Schwert im eigentlichen Sinne ist, auch wenn er Schwertform hat. Tatsächlich wird der Montante (soweit ich gesehen habe) ein bisschen so geführt wie die Indian clubs – vorzugsweise konstant in Bewegung gehalten. Bei kürzeren Klingen gibt es mehr «stop and go», hängt aber auch von der Schule ab.
Das Gewicht ist also nicht so das Problem, die Balance schon eher, und die präzise Kontrolle von so nem langen Ding ist halt gewöhnungsbedürftig – da bin ich immer erleichtert zu hören, dass ich nicht der Einzige mit Flecken und Löchern an der Wand bin Da geht’s dann aber eher um ein Gefühl von Reichweite, präzises Führen (nicht zuletzt edge alignment) und Stoppen usw., alles Punkte, die man mit den Keulen nur eingeschränkt bzw. suboptimal trainieren kann.