
Zitat von
Gürteltier
Im Neko hat sie die Hüfte in einem natürlichen Hanmi, durch die versetzte, schmale Stellung bedingt. In den Drehungen sieht man aber, wie sie sie eigentlich gleichläufig zur Technik bewegt.
Ich habe mich darüber vor Kurzem mit einem sehr hochrangigen Vertreter des Shorin Ryu Seibukan über diese „okinawanische“ Hüftwipp/peitschbewegung ausgetauscht“, da er meinte, die gäbe es so nicht. Ich habe ihm dann anhand einiger Techniken demonstriert, dass ich das sehr wohl so mache (und das im Einklang mit meinem Lehrer).
Again: Dinge die vorkommen als stilprägend zu bezeichnen und darüber zu versuchen, eine komplette Stilrichtung zu diffamieren, ist mir zu dünne.
(Abgesehen davon finde ich die hier als Referenz genannte, durchaus prominente, Vertreterin des Matsubayashi Ryu nicht derartig beeindruckend, dass ich zu der Einsicht käme, ich müsse mein Karate unbedingt grundlegend verändern.
)
Interessant ist, dass sie anders als Shotokan nicht mit dem Stapel beginnt, sondern erst bei der ersten Wendung diesen Stapel ( also einen eigenen Griff ) hat.
Auch diesen Unterschied kann ich so nicht nachvollziehen und auf dem Video auch nicht erkennen. Das artifizielle Vorabstapeln ist eine moderne Wettkampfform (90er), die nicht nur meiner Ansicht nach falsch ist.
Schlagannahme wäre darum am Beginn der kata, wenn der Age Uke Arm. Der wohl eher ein Furi Uchi oder ein Unterstützer für Griffe sein mag.
Müsste nochmal zuhause nachsehen aber so wie es Funakoshi im „kyohan“ beschreibt, ist es eine Jodan-Annahme mit dem linken Arm und Übernahme/Greifen mit dem Rechten.
Das Aufnahmekreuz nach unten ( eine tatsächliche häufige Schlagannahme ) stellt Shotokan noch besser als andere Stile da.
Das Überkreuzen hingegen wird als Einklemmen mit dem linken Arm und Konter mit dem Rechten gezeigt (für diesen Teil bin ich mir sicher). Ian Abernethy bezieht sich hier auch explizit auf das „Kyohan“ und zeigt ziemlich genau das aus dem Buch:
https://youtu.be/ZNyZhpgaB1o
„Grau teurer Freund, ist alle Theorie. Und grün des Lebens goldner Baum.“