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Thema: Die Faust von Lwiw (Roman)

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  1. #24
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    Zitat Zitat von Magister Scriptor Beitrag anzeigen
    Die Diskussion zum Roman ist für mich spannend. Mir ist es wichtig, zu verstehen, was anderen an meinen Büchern nicht gefällt, um in Zukunft besser zu schreiben. Ich habe für mich herausgefiltert, was am Werk (ohne dessen vollständige Lektüre) offenbar die Hauptkritikpunkte sind:

    1. Die klare pro-ukrainische Haltung.
    2. Die Gestaltung des Hauptcharakters über Namensgebung.
    3. Die Dramaturgie des Prologs mit der Kampfbeschreibung.
    4. Der Verdacht einer Kriegsromantik.

    Zu den ersten beiden Punkten habe ich mich bereits geäußert. Nun also zu den anderen.

    Mir war es wichtig, gleich im Prolog zu zeigen, dass der Hauptcharakter im Nahkampf ausgebildet ist. Ich habe dabei eine Situation entwickelt, wo es nachvollziehbar ist, dass potenzielle Angreifer nicht umgangen werden können. Wer die Beschreibung aufmerksam liest, wird erkennen, dass es durchaus realistisch ist, auch als erfahrener Selbstverteidiger in diese Situation zu geraten. Gleichzeitig wollte ich dem kampfkunstaffinen Leser zeigen, dass der Veteran über ein Repertoire aus ganz unterschiedlichen Kampfstilen verfügt und leicht nachvollziehbare Taktiken und Techniken präsentieren. Es sind in der Tat die Basics, welche in einer Notwehrsituation entscheidend sind.

    Dem Verdacht der Kriegsromantik setzt sich ein Buch, welches in einem Fantasy-Imprint erscheint und „Kriegslegende“ im Untertitel trägt, natürlich leicht aus. Etwas, was wir bei der Schlacht um Helms Klamm im Kino feierten, ruft bei uns vor einem realen und zudem noch aktuellen Hintergrund Skepsis hervor.
    Im Roman zitiere ich Terry Pratchetts Werk „Fliegende Fetzen“, in dem Krieg als ein so großes Verbrechen beschrieben wird, dass es hierfür zumeist keinen ausreichend mächtigen Richter gibt. Diese Überzeugung ist für mich das Grundmotiv des Romans gewesen. Es ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass auch eine Demokratie im Extremfall nur weiter bestehen kann, wenn es Menschen gibt, die bereit sind, im Kampf ihr Leben für deren Fortbestand zu geben.
    „Die Faust von Lwiw“ handelt von solchen Menschen, die Entbehrungen auf sich nehmen, damit andere dies nicht müssen. Ich bin mir sicher, dass man bei genauer Lektüre erkennen wird, dass keiner der Charaktere nur um des Krieges willen seinen Dienst verrichtet.
    An sich hast du jetzt schon an den verschiedensten Stellen gezeigt, dass du eigentlich keine Kritik annehmen möchtest.
    Du tust so, aber dabei bleibt es.

    Die Kritiken gehen weder gegen

    1. „die klare Pro-ukrainische Haltung“ sondern gegen das komplett falsche, heroisierende, „Die Ukraine ist ein demokratisches Gebilde“. Entspricht halt nicht der Tatsache (weder vor noch während des Krieges mit Russland). Du nimmst diese „Haltung“ ein um aus dem Narrativ Gewinn zu schlagen.

    2. es ist nicht allein die Namensgebung die mehr als fragwürdig ist. Die ganze „Charakterbildung“ ist flach und wenig differenziert. Geschweige denn wirklich originell oder gut. Das du dann noch den Namen eines Wehrmachtsoldaten/SS-Offiziers nutzt setzt der Klischeehaften Charakterisierung nur den Hut auf und wird begleitet von deinen faden Begründungen warum du den „Antikriegsfilm“ zum Vorbild genommen hast.

    3. Die Dramaturgie ist weder gut dargestellt noch recherchiert. Du bedienst billigste Klischees um nach fünf Wochen „Arbeit“ was rauszuhunzen um dich danach dann selbst zu feiern. Mangelnde Tiefe und sprachliche Finesse toppen das Ganze dann und machen das Lesen zäh. Du überzeugst leider auch an dieser Stelle einfach nicht.

    4. es ist kein Verdacht. Du nutzt die Klischees vom Heros der auszog den Drachen zu töten in einer Weise die schon fast abstoßend wirkt.


    Dein Schreibstil und träumerische „Darstellung“ des Kriegshelden, mit Verlaub gesagt, erinnert mich an das, was Schüler an den Tag legen wenn sie davon erzählen, dass sie zur Bundeswehr wollen, weil sie so gut in call of Duty sind.
    Das Traurige daran ist einfach, dass du ein erwachsener Mann bist, der nur vorgibt sich die Kritik zu Eigen zu machen um besser zu werden. Dir geht es lediglich drum, „Romane“ vom Fließband rauszuballern um ein wenig Aufmerksamkeit und Kohle zu generieren. Wäre dem nicht so, würdest du dein Werk selber mal kritisch betrachten und insgesamt von Roman zu Roman besser werden. Einfach mal ehrlich mit deinen potentiellen Kunden sein und aus der Kritik was lernen ist da dann doch eher nicht so dein Ding. Und so als Idee bevor du gleich um die Ecke kommst, dass du dich kritisch mit der Thematik auseinandersetzt: Innerhalb von fünf Wochen Schreiben eher nicht machbar. Aber red dir das ruhig ein, passt zu deinem Narrativ.
    Geändert von AlexAikido (17-10-2022 um 00:07 Uhr) Grund: Tippfehler mit dem Handy
    The only easy day was yesterday!

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