Zitat Zitat von Kensei Beitrag anzeigen
Da wäre für mich nun die Frage, welchen Stellenwert du der Diagnose einer starken Traumatisierung beimisst? Ich hatte diese seltsamen Gegenfragen zumindest als Versuch der Bagatellisierung gedeutet.
Seltsamen Gegenfragen?
Es ging Dir in Deiner Argumentation ja darum, dass von einem Traumatisierten eine Gefahr für Andere ausgehen kann.
Ob dieses Gefahr in größerem Maße vorliegt, als bei einem normalen Menschen, hängt ja wohl von der Art der Traumatisierung ab.
Von einem Fremdenlegionär mit PTBS, der in bestimmten Situationen einen Flashbag in eine Nahkampfsituation bekommt wird m.E. eine größere Gefahr ausgehen, als von einem Flüchtling, dessen Verwandte im Mittelmeer ertrunken sind.
Und wenn einer z.B. mit Pfefferspray gefoltert wurde, so dass das nun für ihn einen Trigger für aggressives Verhalten darstellt, sollte man vielleicht nicht mit Pfefferspray ansprühen, außer man will vorsätzlich eine Notwehrsituation provozieren.
Um aus einer Traumatisierung also eine genauere Einschätzung der Gefährdung abzuleiten bedarf es einer genaueren Kenntnis des Traumas.

So der SZ-Artikel stimmt, kann man daraus auch Schlüsse über die sichere Einschätzung von Suizidgefahren durch sogenannte "Experten" ableiten:

Erst einen Tag zuvor war in einer psychiatrischen Klinik festgestellt worden, dass er an einer „schweren depressiven Episode“ und einer „posttraumatischen Belastungsstörung“ leidet.
Er wurde wieder entlassen, weil „suizidale Intentionen“ sicher abgeklungen seien.