Zitat Zitat von ThomasL Beitrag anzeigen
Schon mal auf die Idee gekommen, dass sich das auf den generell Verlauf einer solchen Auseinandersetzung beziehen könnte und nicht auf das Leben einer Einzelperson?
sicher. Aber das ist doch sowieso eine Platitüde. Als ob das Töten und getötet werden auf der Tagesordnung stehen würde.
Leute die auf der Matte mit einem Schwert herumlaufen, kommen sich manchmal vor als wären sie gerade aus dem mittelalterlichen Japan in die Neuzeit katapultiert worden und könnten jetzt erzählen wie man Leute mit dem Schwert tötet.
Derjenige der hier zitiert wird, ist ein Schauspieler, Maler, und Aikidolehrer. Kampferfahrung mit dem Schwert? Nein.

Leute mit realer Erfahrung lassen nicht solche Sprüche ab. Heute gibt es die sowieso nicht mehr. Der einzige der mir einfällt, ist ein Iaido-Lehrer, den ich mal kennengelernt habe, und der vor ein paar Jahren gestorben ist. Der hat auf die Frage geantwortet, ob er mit dem Schwert gekämpft hat, geantwortet: Ja ja, habe ich gekämpft, im Krieg. Mehr war da nicht rauszukriegen.
Nur noch dass das abschneiden eines Arms mit einem scharfen Schwert sich etwa so anfühlt, wie das Durchschneiden eines Rettich.

Diese martialische Samurai Attitüde, das Schwert als Seele des Samurai, und das lebensschenkende Schwert, das Siegen ohne zu kämpfen, etc., das sind alles schöne Ideen, aber mal ehrlich, das ist nichts weiter als Budo-Romantik.
Heute kämpft man nicht mit dem Schwert, hat auch keins dabei, muss auch keines nicht ziehen. Keiner derjenigen die auf der Matte ihren martialischen Geist demonstrieren, war jemals auf einem mittelalterlichen Schlachtfeld, und über Kampfrelevanz oder Effektivität der gezeigten Techniken sagt das nichts aus.

SAYA NO UCHI NO KACHI - Siegen, ohne das Schwert zu ziehen, das ist eine Begrifflichkeit aus dem Iaido, passt natürlich auch in diese Ganze "Aikido ist eine friedliche defensive Kampfkunst" Romantik mit rein, aber dann vom Gegenseitigen Töten zu reden als wäre es das was man so vor dem Frühstück macht, passt dann auch nicht so wirklich.

Zum Thema Schwert im Aikido:
Die Schwertarbeit im Aikido ist dazu da bestimmte Bewegungsabläufe etwas besser zu verstehen, die Herkunft mancher Techniken zu erläutern, etc. da hat es auch einen Wert. Es handelt sich aber nicht um ein vollständiges Schwertkampfsystem, auch wenn man sich einiges Geschick im Umgang mit dem Schwert antrainieren kann, das bleibt aber meist sehr an der Oberfläche, weil die Aiki-Thematik da meistens gar nicht mit angeschnitten wird, wie man tatsächlich mit dem Schwert kuzushi erzeugt, Linien besetzt, etc.
Das läuft ja meistens so ab dass nach dem Angriff ein angedeuteter Schnitt kommt, und Uke freiwllig umfällt, dann kann man natürlch auch diese Siegerposen leicht umsetzen.

Wir haben dieses ganze Zeug natürlich auch geübt, das kommt aus der Linie von Nobuyoshi Tamura, und Suga ist nicht der einzige der das unterrichtet.

Ach je, jetzt habe ich wieder vom Leder gezogen und allen den Spaß verdorben. Nee, das möchte ich nicht.
Schwert macht schon Spaß, und das im Video gezeigte ist schon ganz gut. Man sieht dass intensiv mit Waffen geübt wird, was heute nicht mehr selbstverständlich ist.