Zitat Zitat von Gibukai Beitrag anzeigen
Unter "Karate" verstehen diese beiden Autoren jedoch bereits das, was ich als "Sport-Karate" bezeichnen möchte, d. h. jene bereits stark abgewandelten Disziplinen, die seit den 1950er Jahren herkömmliches Karate fast gänzlich an den Rand der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt haben.
Im Gegensatz zu den Autoren denke ich, dass das heutige Sport-Karate längerfristig dem Untergang geweiht ist, aber vielleicht schließe ich da zu sehr aus meinem Umfeld. Er Wettkampf als mittlerweile zentrales Element hat den Breitensport medial an den Rand gedrängt, weil sich die Protagonisten in ihrem Olympiawahn erträumt haben, damit irgendwie gut Kohle machen zu können, was imho zum Scheitern verurteilt ist. Dafür wird es nie attraktiv genug sein und je unrealistischer es im Bezug auf Kämpfen wird, desto unattraktiver wird es auch für die Zuschauer.

Ich sehe da eher den umgekehrten Trend: das Thema SV wird in der Gesellschaft immer wichtiger (auch zu erkennen an dem blühenden Bunkaiismus). Somit hat „ursprünglicheres“ (was man darunter auch immer verstehen will - ist ja nen eigenen Faden wert) Karate, wie z.B. diverse Okinawa-Stilrichtungen aber auch Shotokan, wenn es sich wieder mehr auf die Ausbildung auch kämpferischer Fähigkeiten als Teilaspekt konzentrierte. Ich denke, dass die Ideen des Gründers auch in der heutigen Zeit noch attraktiv sind. Es muss sie halt auch jemand lehren.