Zitat Zitat von ThomasL Beitrag anzeigen
Die Zahlen und deren Herkunft auf den ich mich beziehe bzw. die du zitierest stammen von Björn und sind auf die ganze BRD bezogen, Stadt ist da mit drinnen.
Dass es auf dem „Dorf“ (in meinem Fall eine Großgemeinde mit mehr als 16.000 Einwohner) und kein idyllisches Heidi Dorf wie offensichtlich in deiner Vorstellung) so viel sicherer ist als in städtischem Umfeld wäre auch noch zu prüfen. Mal davon abgesehen, dass zu meinem Umfeld auch meine Kinder gehören, die regelmäßig (Tochter täglich) in der nächstgrößeren Stadt unterwegs sind und sie mich ab- und zu auch aus dem Dorf weglassen.
Anekdote am Rande weil du auch Tankstellen ansprichst: Ich tanke oft Abends an der Tankstelle in einem Stadtviertel, dass den Spitznamen „Tal der langen Messer“ hat (nicht unverdient). Unverantwortlich und unbelehrbar wie ich bin.
Von den mir persönlich bekannten Fällen von Messergewalt (ich zähle jetzt mal nur solche bei denen ich Täter, Opfer oder Beteiligte kannte bzw. selbst anwesend war – letzteres war genau genommen kein Messer, aber schwere Schnittwunden verursacht mit einer zerbrochenen Flasche) passierte nur einer im städtischen Umfeld, alle anderen auf „dem Dorf“ (teils in kleinen Nestern).

Deine Empathie ehrt dich und Risiko durch (Messer-)Gewalt gibt es überall (nicht nur in der Stadt), aber das Risiko ist bei weitem nicht so groß wie oftmals getan wird und man kann es mit wenigen, einfache Maßnahmen nochmal deutlich weiter reduzieren. Ich war in einigen der gefährlichsten Städte der Welt unterwegs und selbst dort war es immer möglich das Risiko Opfer zu werden sehr gering zu halten. Am Besten wussten dabei die Leute, die dort leben, Bescheid wo man wann (!) hingehen konnte…und wo und wann besser nicht.
Solange man die goldene Regel von wegen stupid people / stupid things beachtete war das Risiko als Einheimischer wie als Backpacker gut kalkulierbar.


Dieser Beitrag zeigt deutlich, wie fern du diesen Milieus bist (was nichts schlechtes ist). Richtig ist, dass die Mehrheit der Fälle nicht erfasst wird, der Grund ist aber nicht bzw. höchstens in sehr wenigen Fällen "angst".
Ich bin zwar nicht in irgendwelchen Milieus unterwegs (OK, kommt wahrscheinlich darauf an, wen man fragt ), aber ich persönlich habe keine Lust auf dem Weg zum Eisladen in meiner Umgebung an einem weißen Zelt vorbeizukommen, wo jemand abgestochen wurde (Frühling 2022). Interessanterweise war der Ort dieses Mordes (Afghane ersticht seine Frau) nicht weit entfernt vom Mord an dem Kampfsportler, worüber letztens diskutiert wurde. Auch nicht weit entfernt kommt ein dritter Fall um den Mord an einem kleinen Mädchen durch seinen Betreuer noch dazu. Damit haben wir drei Morde durch Messer innerhalb von zwei Jahren in meiner unmittelbaren Umgebung. So etwas kenne ich von früher nicht und führt nicht dazu, dass ich mich wohler fühle, auch wenn ich nicht die unmittelbare Opfergruppe bin. Es hat sich schon etwas verändert, und zwar nicht zum Besseren.