Zitat Zitat von MatscheOne Beitrag anzeigen
Ja, umso trauriger, dass diese längst widerlegte "Erklärung" immer noch kursiert und sogar von gebildeten Leuten weiterverbreitet wird ...
Korrekt. Die Diskussion um "Killerspiele" ist längst erledigt. Wir wissen heute, dass Computerspiele nicht aggressiv machen. Sie können aber eine bereits bestehende Aggressivität verstärken. Wer also eine entsprechende Veranlagung hat, kann diese mit massenweise Splatterfilmen, XXX-Filmen, und Killerspielen forcieren. Da liegt das Problem weniger am Medium selbst, sondern an der Parallelwelt, in die man flüchtet - und irgendwann als Realität sieht.

Genau das wird in den Studien nicht ausreichend betrachtet. Die meisten Straftäter stammen aus bildungsfernen Schichten, haben ein seltsames Dominanzdenken, verherrlichen Waffen, hassen Frauen, bei denen stimmt also im Kopf was nicht. Und diese Menschen erreicht man weder mit Gesetzen noch mit Vorschriften oder Strafen.

Aber es ist halt einfacher, Videospielen die Schuld zu geben, statt die wirklichen Ursachen anzugehen. Das würde erheblich mehr Geld kosten. In die Richtung geht meines Erachtens auch der Umstand, dass mittlerweile verstärkt auf die Nationalität der Straftäter geachtet wird. Messerstechereien sind ein typisches Delikt von Menschen, die jünger als 30 sind. Und die Masse der Menschen, die nach Deutschland flüchten, sind unter 30. Also liegt logischerweise der Anteil der potentiellen Straftäter entsprechend höher.

Wenn also 20 Prozent der Straftaten von Ausländern begangen werden, deren Bevölkerungsanteil aber nur bei 10 Prozent liegt, könnte man spontan von einer deutlich zu hohen Quote ausgehen. Wenn man aber berücksichtigt, dass 20 Prozent der Straftaten von Menschen unter 30 begangen werden und der U30-Ausländeranteil bei genau diesen 20 Prozent (oder sogar höher) liegt, ergibt sich ein völlig anderes Bild. (Die Zahlen sind völlig willkürlich gewählt und sollen nur das Problem beschreiben).

Eine andere statistische Auswertung könnte denen den Wind aus den Segeln nehmen, die daraus ein Ausländerproblem machen wollen.