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Interessant!
Im malayischen Kulturkreis gibt es ja auch Völker, welche einen relevanten Teil ihrer Lebenszeit auf dem Wasser, auf Booten und Pfahlbauten zubringen, welche über dünne Stege verbunden sind, welche druch irgend eine Art von Magie, entgegen aller Naturgesetze selbst dezent adipösen Europäern trotzt, die sich todesmutig über das Brakwasser wagen. Gibt in Bezug auf Silat bei diesen Völkern eine Besonderheit, die erwähnenswert wäre?

Was in den Videos zu sehen ist, würde mich zum überwiegenden Teil durchaus interessieren näher kennenzulernen, wenn sich mal die Gelegenheit bietet! Ich glaube aber nicht, dass ich mich jemals wieder darauf einlassen könnte eine Form zu lernen - hatte dafür einfach zu viel Kung Fu in der Historie, lol.


... hab ihn gegoogelt. Du wirst jetzt sicher lachen, aber ich bin hier sehr schlecht in den FMA vernetzt! Bin 1. in dieser Richtung ja noch nicht lange unterwegs und trainiere 2. hautpsächlich auf den Philis und habe, für das, was mir am Herzen liegt hier keinen Trainingspartner! Bin übrigens in zwei Wochen wieder dort und wollte dieses mal auch mit Yuli Romo trainieren; primär wegen der Ilustrisimo- connection; aber sicher wird da auch Palakabanate das Thema und ich bin gespannt, was er da noch über Joe Go und Wurzel, Prozess und Linie zu berichten hat. ... das war übrigens für mich der Ausgangspunkt für diesen coolen Thread.

Also aus den Erzählungen meiner Meister aus dem Raum Brunei und Malaysia kenne ich das mit Magie so nicht. Klar gibt es auch in Silat Menschen die an Magie glauben und Geschichten von übernatürlichen Leistungen einzelner Meister erzählen, aber das ist zu mindest in meinem Kosmos sehr selten zu finden.

Zum Thema Pfahlbauten. In der Vergangenheit, als Dorf gegen Dorf gekämpft wurde, wurden die Stege natürlich taktisch genutzt. Sie waren so breit, das zwei oder drei Kämpfer nebeneinander stehen und Kämpfen konnten. Die besten Kämpfer des Dorfes waren in der ersten Linie. Meist mit Macheten ausgestattet. Danach kamen dann abwärts die weniger erfahrenen Kämpfer bis hin zum Schluss Frauen, Alte und Verletzte. Die letzteren waren dann meist mit Speeren bewaffnet. Wie Amasbaal bereits erwähnte, war kaum handlungsspielraum und es herrschte ein Druck nach Vorne zu gehen. Das heißt, man musste auch wirklich immer nach Vorne, da man sonst das Kämpfen um das Dorf gefährdete. Im gegebenfall wenn mann ein Risiko darstellte einfach ins Wasser geworfen wurde. Der Kampf sah dann so aus: Die erste Linie war dazu da, Mutig nach vorne zu maschieren und die Linie der anderen Fraktion zu brechen. Die Technicken die eingesetzt wurden, waren dazu ausgeleft auf engsten Raum durchzuführen und ebenfalls musste man sich so bewegen, dass auch gleichzeitig, seine Nebenkämpfer nicht durch eigene Angriffe gefährdet wurden. Also es war sehr synchron und jeder wusste wie sich der andere Bewegt und war sich sicher, nebeneinander auf einander Vertrauen zu können. Desweiteren, gab es von der Linie dahinter Kommunitkation über Berührungen an den Schultern. Dies signalisierte den vordermännern, ob Links oder rechts angegriffen wird. Dies setzt ein geschultes Auge vorraus um das geschehen zu lenken. Gleichzeitig, funktionierte dies durch das Jahrelange training und kämpfen wie ein Schwarm.
Wenn die erste Linie die ersten treffer landete, wurde die Feinde entweder gleich ins Wasser geworfen oder Verletzt liegen gelassen, denn der Weg war wie gesagt immer nach Vorne. Eigene Verluste wurden sofort durch die nachrückenden ersetzt. Die am Boden verletzten Feinde auf dem Steg wurden durch die Nachrückenden gefinisht. Spätestens die letzte Reihe, oftmals mit Speeren, die mit Tierkot versetzt waren, setzten den verwundeten ein Ende.

Kann ich Historisch alles nicht belegen, aber wurde mir so aus erster Hand weitergegeben.

Wie das in Indonesien zum Beispiel aussah, weiß ich nicht. Da habe ich noch keine Erfahrungen aus erster Hand sammeln können.