Wenn Du mal die gängigen Balintawak Videos auf Youtoube anschaust, wirst Du direkt erkennen, dass Balintawak für jemanden, der Latosa Escrima betreibt, eine merkwürdige Distanz hat. Der Stock ist irgendwie im Weg. Die Distanz ist eher eine Faust- oder Messerdistanz.
Balintawak arbeitet anders als Latosa Escrima mit runden Schlägen (und einem Gegenschieben gegen den Stock; Axel Wagner vom UCC mokiert sich in seinen Videos zuweilen über das Wegschieben; er entstammt ja auch der Latosa-Linie der EWTO unter Bernd Schubert), die zur Kraftgenerierung Zeit benötigen und natürlich durch das Ausholen Lücken geben. Um eben dies zu vermeiden, wird im Latosa Escrima versucht, die Kraft durch sogenannte Short Power zu generieren. Das ist nicht einfach. Deswegen machen sich auch viele, die nicht wissen wie das geht, über das "Pfum", das Latosa bei kraftvollen Bewegungen mitgemacht hat, lustig. Die Idee des "Pfum" ist, volle Kraft in diesen einen Schlag oder einen zweiten oder dritten zu legen. Jeder Schlag soll ein KO-Schlag sein. Zumindest ist das die Idee.
Das, was Latosa in seinen Videos gemacht hat, hat Sinn. Der Sinn ist vielen heute nur nicht mehr zugänglich, weil sie Latosa, Newman und einige andere nicht in ihrer Prime erlebt haben. Wer das hat, kennt den Sinn noch. Denn da war damals ordentlich Dampf dahinter, den man aus anderen Escrima-Stilen nicht kannte.
Leider wird das "Pfum" heute oft nur noch imitiert. Es hat sich verselbständig. Es ist bei vielen aber kein "Pfum" mehr dahinter. Das ist so ähnlich wie die Taekwondoka, die heute oft lauter schreien, als Kraft in Tritt und Schlag zu setzen. Auch da hat sich leider nicht alles zum Guten gewandelt.





