Für mich ist ihr Phänotyp schlicht nicht weiblich. Mein erster Gedanke, als ich sie zwei Sekunden gesehen hatte war: "Das ist ein Mann.". Das mag für dich nicht relevant sein, von mir aus. Es ist nicht sexistisch, wenn ich das äußere, denn ich kann leider nichts für mein Geschlecht. Ich hab auch nicht gegen sie geboxt, deswegen könnte es mir ja egal sein, wenn da nicht dummerweise ihre Gegnerinnen gewesen wären, die sich das nicht aussuchen konnten. Ich kann leider auch nichts dafür, dass das olympische Motto Männer bevorzugt. Ist deswegen "Höher, weiter, stärker" sexistisch? Natürlich nicht. Aber trennscharf wär schon gut.

Das es Grauzonen zwischen den Geschlechtern gibt und diese aus staatsideologischen Gründen gerne verschoben werden, wenn es den eigenen Zielen nutzt ist die "oldest story in the book". Gerade wir wissen doch, wie Staatsdoping in der DDR aufgebaut wurde und funktioniert hat. Die Leute leben noch, mit all ihren Folgeschäden zum Ruhme der DDR. Natürlich haben wir uns in der BRD gefragt, ob das überhaupt noch Frauen sind, die da aus dem Ostblock aufliefen. Ein Schelm wer glaubt, dass diesem Ziel des nationalen Ruhmes in autoritären Staaten auch heute noch nicht alles untergeordnet wird, solange man nur nicht von A bis Z überführt werden kann. Habt ihr die Pressekonferenz während der Spiele zum Thema der positiv getesteten und eigentlich zu sperrenden chinesischen Schwimmerinnen nicht mitbekommen? Wenn "sie müssen wohl beim Restaurantbesuch mit verbotenen Mitteln in Kontakt gekommen sein" einmal aus dem Gefängnis frei bedeutet, wird das ohne Scham und mit der Wimper zu zucken wieder und wieder aufgewärmt. Im Vergleich dazu ist ein anderer Stempel im Pass des autoritären Heimatlandes geradezu spottbillig.