Zitat Zitat von FireFlea Beitrag anzeigen
Mein letzter Shotokan Lehrgang ausgerichtet von einem der beiden großen Verbände verlief ähnlich - 2009, beim jiyu ippon kumite als 1.Kyu kurz vor der Danprüfung Paarung mit einem 3./4.Dan und der regt sich auf, warum ich seitlich raus- und beim Konter nah an ihn rangehe. Ich solle doch bitte einfach auf der Bahn nach hinten gehen... Danach bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass mir solche Art von Lehrgängen schlicht keinen Mehrwert mehr verschaffen

(war danach noch auf guten Shotokan Lehrgängen aber eben nicht mehr im DKV/DJKB; war nochmal auf einem DKV Wado Lehrgang mit einem ausländischen Referenten, das war schon deutlich sinnstiftender als das 2009...)
Hi Fireflea,
das ist wirklich zum Fremdschämen! Ich kenne es allerdings auch nur so, wie du es beschreibst – mein Hintergrund liegt eher im „Sport“-Karate. Da war Ausweichen definitiv keine schlechte Idee. ��

Deinen Eindruck kann ich absolut bestätigen: Je höher der Dan-Grad, desto größer scheint oft die Gefahr, dass genau das passiert. Schwarzgurte, die nie gekämpft haben, keinerlei praktische Anwendungserfahrung besitzen und dir trotzdem die Karatewelt erklären wollen. Mein aktueller Trainer kommt aus dem Kyokushinkai – es ist immer wieder ein Genuss, ihm zuzusehen, wenn er mit Shotokanern sparrt. ��

Was mir jedoch ernsthaft Sorgen macht, ist, dass genau diese Dan-Träger „unser“ Karate dominieren und so zweckentfremden, dass viele großartige Leute frustriert aufhören oder nur noch das unterrichten, was von ihnen erwartet wird. Die hohen DAN-Träger sehe ich übrigens nie auf anderen Lehrgängen – es fehlt offenbar völlig an Selbstreflexion oder der Bereitschaft, von anderen Ansätzen zu lernen. Sie scheinen zu glauben, dass sie nichts mehr lernen müssen, und sind mental irgendwo in den 70ern stehengeblieben.
VG