Das Thema finde ich interessant und hatte mich auch nachdenklich gemacht.
Im Laufe der Zeit fängt man immer mal an zu zweifeln und zieht Bilanz, ob es noch das richtige ist oder nicht. Völlig normal.
Habe ich auch gerade. Und zwar in Bezug auf die Menge der Kata, die wir lernen sollen. Es sind bei uns mehr dazugekommen. Noch mehr Formen lernen und noch mehr merken. Einfach too much. Die Sinnhaftigkeit stelle ich in Frage, auch im Bezug auf Bunkai...also Anwendungen der Kata und was manche meinen, aus der Kata zu analysieren oder zu üben...was so nicht funktioniert. Dann sind einige, die Bunkai zeigen sollen, aber statt Training eine Diskussionsrunde draus machen und die Kyushopunkte in Formeln benennen, dass man glaubt, die sprechen eine Geheimsprache. Unser Stiloberhaupt sagt, man dürfe die Kampfkunst seinem Körper und Gebrechen usw anpassen. Aber das Geschwätz gilt dann nicht, wenn man Prüfungen ablegt. Dann kriegt man noch gesagt...beim nächsten Mal so nicht mehr. In meinen Augen Schwachsinn. Hatte schon mehr Mal einmal ernsthafte praktische Anwendung gehabt. Dann wollen mir irgendwelche Hobbyspezialisten aus einem reinen Katasystem die brutale Welt erklären. Vllt ist es ein Fehler...aber ich trenne meine SV Techniken, die schon immer funktionieren von der Kata.
Ansonsten lege ich mittlerweile auch mehr Wert auf die Bewegungskunst und auf die Leute und auf den Spass, das es machen soll.
Kampfkunst kann eine Wegschule sein, die sich stark von der Meinung des Senseis unterscheidet. Ich habe dort keinen Mentor. Schön wäre das...aber das wäre Budoromantik.
Also...wenn man an dem System als solches Freude hat...macht man es einfach und lässt sich treiben. Wenn die Zweifel und die Gesamtumstände nicht stimmen und man macht es nicht mehr gerne, lässt man es und probiert was anderes.
Was den geschichtlichen Teil angeht...sehe ich das ebenfalls entspannt...sehr ich unter dem Aspekt nice to know.
Hatte mir mal einen Kenjutsustil angeschaut. Ja ganz nett, aber für mich einfach zu albern. Die Partnerübungen und das Bukuto ziehen wegstecken war ok, aber wieder so eine Partnerkata mit einem Hojo völliger Unsinn.
Freie Abwehr angesagt oder auch wirklich frei...fand nicht statt.
So geht das doch mit vielen KK. Wurde hier ja auch schon erwähnt.
Für mich ist es wichtig, einfach zu üben und zu trainieren. Ich muss für mich ein gutes Gefühl an den Bewegungen haben. Ich muss einfach Freude daran haben. Und die Gründe, warum ich das tue, sollten klar sein. Wenn das alles nicht stimmt und die Leute und der Lehrer nicht passen...sollte man es überdenken. Oder seinem Gefühl folgen, dass man es lässt oder was anderes macht, wo man das findet, was man sucht.
Man macht im Laufe der Zeit immer mal eine Neuorientierung durch.