Zitat Zitat von egonolsen Beitrag anzeigen
Komm, ein bisschen Eigeninitiative, ich werde die Stelle sicher nicht raussuchen, denn es ist schon etwas her, dass ich mir den Podcast angehört hatte.

Letztes Jahr hatte ich einen kleinen Überschlag gemacht, Beitrag #1675 im Thread "Achtung, Messerstecher!", wenn du dich erinnerst. Dort darf man nicht vergessen, dass bei den Nichtdeutschen wirklich alle Nichtdeutschen drin sind, also die übliche Klientel, aber eben auch die osteuropäische Altenpflegerin usw.
Zitat Zitat von Pflöte Beitrag anzeigen
So direkt hat er in dem Podcast, den ich gehört habe, nicht zwischen deutschen und marokkanischen Ärzten unterschieden.

Er hat aber die Aussage getroffen (und die kann man ihm nun glauben oder nicht, mit den richtigen Zahlen zur Hand könnte man sie sogar prüfen (um Himmels Willen...)), dass es einzelne Deliktsbereiche wie Gewalttaten oder Sexualstraftaten gibt, bei denen Täter aus bestimmten Herkunftsländern/-gebieten dermaßen überrepräsentiert seien, dass es sich nicht mehr durch höhere Armut der entsprechenden Bevölkerungsteile oder deren demographische Zusammensetzung hier in Deutschland erklären ließe.

Das wäre das, was hier gemeint sein könnte.
Ich sehe gerade ich hatte selbst mal was dazu gepostet. Aus 2006:

Die bisher dargestellten Erkenntnisse könnten zu der Annahme verleiten, wir hätten damit bereits ausreichende Antworten auf die eingangs gestellten Fragen gefunden. Dann aber dürften sich im Vergleich der Gewaltraten der Jugendlichen, die sozial relativ privilegiert aufwachsen, nur geringe Unterschiede zeigen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar verringert sich der Abstand etwas. Aber immer noch dominieren die jungen Türken mit einer im Vergleich zu den Deutschen etwa doppelt so hohen Rate (22,9 % zu 11,1 %). Es folgen die Jugendlichen aus dem früheren Jugoslawien mit deutlichem Abstand vor den anderen ethnischen Gruppen. Es muss also noch andere Belastungsfaktoren geben, die besonders bei türkischen Jugendlichen zum Tragen kommen. Die Sozialisationsforschung weist hier den Weg. Sie hat schon seit Jahrzehnten Befunde dazu vorgelegt, dass die Erfahrung innerfamiliärer Gewalt prägenden Einfluss auf das Verhalten von jungen Menschen hat.

https://www.kampfkunst-board.info/fo...68#post3930568

Zitat Zitat von egonolsen Beitrag anzeigen
Genau. Und, hier würde ich noch hinzufügen (wie schon oben angemerkt), dass soziokultureller Status selbst nicht unabhängig von kultureller Prägung ist.
Sehe ich im Übrigen ähnlich. Die Frage ist immer wie groß die jeweiligen Einflüsse sind.

Zitat Zitat von Pflöte Beitrag anzeigen
Und natürlich die Touristen und besonders die Austauschstudenten (zitter...), die die Zahlen so enorm nach oben schieben ... weiß man ja.
Das tun sie ja tatsächlich bezogen auf Ausländergewalt. Ich halte es nicht für zielführend zu kritisieren, dass soziale Prägung in der Betrachtung hierzulande vernachlässigt wird und dann seinerseits andere Einflussfaktoren zu vernachlässigen. Für ein realistisches Bild sollte man eben alle möglichen Faktoren ins Auge fassen.

Da ich oben jugendliche Türken vor 20 Jahren erwähnt habe - ich habe irgendwo an anderer Stelle mir mal den Ausländeranteil bei Gewalttaten (ich weiß aber nicht ob hier oder im Messerfaden, finde es gerade nicht) angeschaut und dort ist der Ausländeranteil zwar gestiegen aber nicht so stark wie oft dargestellt. Und vor 20 Jahren hatte man einen hohen Anteil, während heute der Anteil an Syrern, Afghanen & Co. natürlich angestiegen ist. Ich frage mich, ob eine Integration mit der Zeit stattfindet, wie hier angemerkt:

...Wollinger erklärt: „Einen direkten Zusammenhang zwischen Kriminalität und Herkunft gibt es nicht.“ Die Forschung zeige eindeutig, dass die Staatsbürgerschaft oder ein Migrationshintergrund an sich nichts zur Erklärung von Kriminalität beitragen.

Aber: Es gebe eine Reihe von Risikofaktoren, die Kriminalität wahrscheinlicher machen. Einige dieser Faktoren kämen bei bestimmten Einwanderungsgruppen häufiger vor als bei anderen Bevölkerungsgruppen. Zu diesen Faktoren gehören Armut, Bildung, kriminelle Freundeskreise, gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen oder Gewalterfahrungen im Elternhaus. Insofern könne man von einem indirekten Zusammenhang sprechen, weil diese Faktoren häufiger bei Menschen mit Migrationshintergrund aufträten, so Wollinger. Die gute Nachricht: Diese Faktoren sind veränderbar. Studien haben gezeigt, dass die Bedingungen in Deutschland – wie etwa die Bleibeperspektive und entsprechend die Lebensbedingungen – entscheidend dafür sind, ob Einwanderer*innen kriminell werden oder nicht.

Aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) geht hervor, dass der Anteil von Nicht-Deutschen an der Kriminalität größer ist als ihr Anteil an der Bevölkerung. Wollinger weist aber darauf hin, dass die Zahlen nicht vergleichbar sind: Zu „nicht-deutschen“ Tatverdächtigen zählten etwa auch Touristen oder Durchreisende, die nicht in Deutschland wohnen. Außerdem zeigten Studien, dass Menschen, die als "fremd" wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei kontrolliert und von Opfern angezeigt werden – sie landen also auch schneller in der Statistik.


https://www.kampfkunst-board.info/fo...40#post3931040