Zitat Zitat von jkdberlin Beitrag anzeigen
Das passiert hier öfter, nur ist das Opfer dann halt nicht tot, sondern schläft (meistens im Rausch). Wir sind hier eine Großstadt, mit offiziell 4 Mio Einwohnern (und bestimmt ein paar Tausend mehr, die nicht in der Statistik sind). 20% davon (immerhin 800,000!) gelten als "arm", 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen (unter 18) leben in Armut.
2024 war bisher das Jahr mit den meisten Drogentoten. Ebenfalls ca 20% der Bevölkerung hat pro Jahr einmal eine illegale Droge konsumiert (Durchschnitt in Deutschland ist 10%), das ist ohne Alkohol und Tabak.
Für mich das erschreckenste ist eigentlich die Zunahme der Aggressivität in der "durchschnittlichen" Bevölkerung. Keine Ahnung wie man das erklären kann. Es ist merklich überall. Beim Einkaufen, im öffentlichen Nahverkehr, im Straßenverkehr, gefühlt überall.

Was die Aggression und auch Gewalt im öffentlichen Raum angeht, meine ich früher ( Ende 80 er bis Anfang 2000er) Schlimmeres erlebt zu haben, vieleicht auch weil ich da mehr unterwegs war. Ich lebe auch in einer Stadt mit mehreren hundertausend Einwohnern, gehe nicht mehr so viel weg und meide z.B die Innenstadt. Weniger weil ich da jetzt persönlich große Befürchtung habe dort (obwohl de facto offiziell Kriminalitätshotspot) sondern weil schon tags über eher unreizvolle Atmosphäre, voll, Leute heizen mit E-Rollern oder Rädern knapp vorbei etc.. Abends und nachts muss das ganz mies sein, was die Nachrichten und Polizeistatistiken auch belegen. Ich weiss , dass es nicht immer so war, und ich gehe soweit zu sagen, dass man recht gut datieren kann wann es anfing, nämlich Ende der 80er Jahre, als die ersten Vertreter der Dealerszene aufkamen und das von bestimmtere politischer Seite geduldet und mit großer Nachsicht, ja sogar Verständnis bewertet wurde, kein Witz (Sinngemäss: "Die müssen ja auch von irgendwas leben") wurde. Ab da ging es von ein paar Wellenbewegungen - kontinuierlich bergab. Natürlich kommen dann im Laufe der Zeit mehrere Aspekte zusammen und am schlimmsten waren wohl die 90er: regelmäßig wurden Leute abgezogen, Überfälle, Gangaufteren, Schlägereien, Türsteher"kriege". Ich kennen keinen aus der Zeit, der nicht mindestens! einmal dumm angemacht, bedroht, beleidigt oder gar geschlagen wurde.

Es klingt vieleicht skuril, aber die Möglichkeiten des Handys könnte heute fast dazu teiwleise dazu beitragen, dass Leute durch digitales Dauerentertaniment zu abgelenkt sind, um mehr Stress zu machen. Abgesehen von denen, die sich darin gefallen ihre Taten zu filmen. Alle sind sehr mit sich selbst beschäftigt oder ihrem digitalen Spielzeug, die mündliche Kommunuikation nimmt ab, keiner kriegt noch groß was vom anderen mit, interessierft auch keinen.

Andereseits sind die Zündschnüre kürz: wenn es dann zu Stress kommt scheinen die Leute bereit gleich "all in" zu gehen, die häufige Nutzung des Messers ist Ausdruck dessen sage ich. Und bestimmte Beistehende nutzen die Zeit lieber alles zu filmen, statt die Polizie zu rufen oder ggf soweit möglich einzugreifen. Und insgesamt nimmt das Bildungsniveau brutal ab. Wenn man da manche Gespräche von schon Erwachsenen mitbekommt, da kann einem ganz anders werden und die Zukunft sieht düster aus und es wundert einen nichts mehr.