Die Intelligenteren unter Ihnen dürften es schon bemerkt haben:
Gerade in der Kampfsportszene tummelt sich eine Vielzahl von
tumben Persönlichkeiten. Um stundenlang gegen einen Sandsack
zu treten oder treten zu lassen, bedarf es nur einer intellektuellen
Mindestausstattung. Sich im Boxen oder jahrelangen Sparring
gegenseitig auf den Kopf zu hauen, dürfte auch die minimalste
geistige Grundausstattung in Mitleidenschaft ziehen. So gern der
Volksmund auch von intelligenten Boxern spricht. Es gibt einfach
keine. Schon wer jahrelang diesen Sport betreibt, sich auf den Kopf
hauen lässt und sich nicht fragt, was er da eigentlich tut, beweist
seine geistige Durchschnittlichkeit.
Es ist ja wohl auch kein Geheimnis, dass sich auch gerade in der
Kampfsportszene eine Vielzahl Halb- und Unterweltler Ihren letzten
Schliff holt. Ob es Motorradgangs sind, die WT lernen, halbseidene
Wach- und Schließgesellschaften die ultimativen Techniken
für den nächtlichen Disko-Einlass trainieren oder ob einzelne WTLehrer
und Ausbilder immer mal wieder hinter Gittern verschwinden.
In der Szene steckt eine Menge kriminelle Energie. Und wer
schon mal eine Freefight-Veranstaltung besucht hat, wird dort auch
ein paar hundert Jahre Knast versammelt finden. Die weibliche
Begleitung ähnelt dagegen oft den Damen, die ihren Unterleib für
Geld vermieten.
...
Als mich mal ein netter, abgeklärter Boxer ganz freundlich nach
einem kleinen Sparring fragte, lehnte ich höflich ab. Fälschlicherweise
deutete er das als Angst und mutiger geworden bedrängte
er mich doch hartnäckiger. Irgendwann wurde es mir zuviel und
unter einer Bedingung ließ ich mich darauf ein: Keine Schützer,
alles erlaubt, solange wie einer Lust hat. Wie die Geschichte ausging?
Ganz anders, als man vermutet. Um sein Gesicht zu wahren,
willigte er auf ein Kämpfchen ein. Obwohl man ihm ansah, dass
es ihm jetzt doch etwas mulmig wurde. Nach einigen Sekunden
saß er mit einem Weinkrampf in der Ecke. Denn er hatte noch nie
die Geschwindigkeit, die Brutalität und den Schmerz von ununterbrochen
fließenden Angriffen gespürt. Sein Nervensystem war so
überlastet, dass es förmlich zusammenbrach und gar nichts mehr
zustande brachte. Nachdem er sich wieder beruhigt hatte und ein
paar Kaffee später sparrten wir doch noch ein bisschen. Allerdings
ganz, ganz vorsichtig und mit viel Liebe.