Vollständige Version anzeigen : Religion
Münsterländer
11-01-2018, 10:59
[...]
das hier fand ich auch wunderfein:
WOHER kennen solche figuren nur den willen "gottes"?
wer hat ihnen verraten, was "gott" will?
[...]
bis dahin :halbyeaha
Dawkins allerdings... naja.
Ich sag mal, ich mag ihn nicht besonders:D
und das nicht etwa, weil ich jetzt furchtbar gläubig wäre (sehe mich eher als Agnostiker).
Aber zumindest in der zitierten Passage finde ich persönlich, dass er ein bisschen mogelt. Er stellt sehr schön heraus, warum die Idee vom göttlichen Design... sagen wir mal fragwürdig ist:rolleyes:. Soweit ok.
Aber Gott an sich widerlegt das m.E. überhaupt nicht. Nur eine (zugegebenermaßen recht populäre) Vorstellung vom Prinzip Gott.
Was umgekehrt natürlich auch noch lange nicht bedeutet, dass es ihn gibt.
Grüße
Münsterländer
Aber zumindest in der zitierten Passage finde ich persönlich, dass er ein bisschen mogelt.
Der Text ist nicht von Dawkins.
Münsterländer
11-01-2018, 11:29
Der Text ist nicht von Dawkins.
Ups, Fettnäpfchen:D
Mea Culpa, hatte ich aufgrund des Linknames angenommen.
Meine Aussage zum Text (und meine persönlichen Vorbehalte gegen Dawkins, die dann aber natürlich nichts mit diesem Text zu tun haben) halte ich aber dennoch aufrecht.;)
Grüße
Münsterländer
j...
Liebe Kinder:
...
Herrlich :)
carstenm
11-01-2018, 13:22
Es liegt in der Natur der Sache, dass Moral von subjektiven Werten abhängig ist.
Ich kann aber nicht sehen, dass das bei Theisten groß anders wäre.Ist es natürlich auch nicht. Aber Fundamentalisten glauben eben, es wäre der Fall, daß sie im Besitz objektive ethischer Maßstäbe sei. Diese Annahme ist wesentlich zur Stützung eines fundamentalistischen Systems.
Der user feitosa ist ja inzwischen mehrfach meiner Frage nach der Subjektivität christlicher Ethik ausgewichen. Und ich bin sicher, das ist ihm - so schreibt er ja auch - tatsächlich nicht bewußt. Er glaubt fest, auf mich eingegangen zu sein und mich "widerlegt" zu haben.
Die Anerkennung des Gedankens, der eine selbe Satz der Bibel könne zu unterschiedlichen ethischen Folgesätzen führen, die nicht per se als ausgeschlossen werden können, führt direkt zu Infragestellung des fundamentalistischen Weltbildes. Denn das lebt von absoluten Wahrheiten.
Ich dagegen vergesse oder besser verdränge immer wieder, daß es immer noch auch solche Formen "christlichen" Glaubens gibt. Immer wieder schwer
zu glauben ...
https://de.richarddawkins.net/articles/die-evolutionaere-uhr
:DDer Text funktioniert so aber leider nur für allwissende Götter. Es gibt auch Religionen in denen Götter weder allwissend noch allmächtig sind.
Ich dagegen vergesse oder besser verdränge immer wieder, daß es immer noch auch solche Formen "christlichen" Glaubens gibt. Immer wieder schwer
zu glauben ...
Genau wegen solcher Leute kommt bei mir persönlich das Christentum wahrscheinlich sehr viel anders an als bei dir.
Genau wegen solcher Leute kommt bei mir persönlich wahrscheinlich sehr viel anders an als bei dir.
Was ?
das Christentum, habs oben ergänzt
das Christentum, habs oben ergänzt
Ahh - ja.
carstenm
11-01-2018, 13:43
Was ich mich ganz unabhängig von alledem frage:
Wie kann man denn einem Gott folgen wollen, der so etwa 50% der Leute in's ewige Aus schickt? :(
Ich habe es in meiner fundamentalistischen Phase (Gewissmermaßen die anale Phase der spirituellen Entwicklung) schick gefunden, anderen zu sagen, daß sie der ewigen Verdammnis anheimfallen. Geiles Machtgefühl! Interessanterweise waren das gern Leute, die nicht nur unfromm waren, sondern auch in der weltlichen Hierarchie über mir angesiedelt waren. Die Aussicht auf späte(re) Rache hat mir tiefe Befriedigung verschafft. :cool:
Als ich mich dann nach einiger Zeit wieder eingekriegt und beruhigt hatte und etwas "erwachsener" geworden bin, da fand ich es gar nicht mehr witzig, daß es Gott meint gefallen zu wollen, Menschen, die ich lieb habe und die nach weltlichen Maßstäben gute Menschen in des Wortes tiefster Bedeutung sind, in die Hölle zu schicken. Bloß weil sie keine Christen sind. :(
Wenn das so wäre, was wäre denn das für ein Gott? Und auch wenn das wahr wäre, dann würde ich lieber die aufrechten Menschen in die Hölle begleiten, als es in der Gegenwart eines Gottes, der andere in ewige Verdammnis schickt, gut haben.
Sagt sich natürlich einfach, wenn der Körper gesund ist und draußen die Sonne scheint. Aber in dem Moment, als mir das klar geworden ist, war es mir so ernst, wie nur irgendwas.
So ein Gott wäre nichts wert. :mad:
Gott sei Dank ;) habe ich dann lernen dürfen, daß Gott so nicht ist. Jedenfalls nicht nach den Aussagen derjenigen, deren Erfahrungen die Texte der Bibel, und vergleichbare Texte beschreiben. :engel_3:
Ich bin also safe.
Geblieben ist mir aber die Frage, wie man sich selbst auf Dauer mit einem Gott wohlfühlen kann, der Menschen die Hölle androht. Wenn doch die ethischen Forderungen desselben Gottes gerade besagen, jemand, der so drauf ist, solle man nicht gouttieren.
Eskrima-Düsseldorf
11-01-2018, 14:08
Was wäre denn, wenn - frei nach dem Känguru - Gott einfach ein ********* ist? "Dann macht das ganze auf einmal Sinn."
Doc Norris
11-01-2018, 14:30
... Ich habe es in meiner fundamentalistischen Phase (Gewissmermaßen die anale Phase der spirituellen Entwicklung) schick gefunden, anderen zu sagen, daß sie der ewigen Verdammnis anheimfallen. Geiles Machtgefühl! ...
Geil ist daran eigentlich nur, dass das alles in deiner Phantasie stattgefunden hat und immer noch stattfindet. :D
Pansapiens
11-01-2018, 16:20
Geblieben ist mir aber die Frage, wie man sich selbst auf Dauer mit einem Gott wohlfühlen kann, der Menschen die Hölle androht.
Ich fühl mich ja auch in einem Staat wohl, der Menschen Gefängnis androht.
In meiner Naivität hatte ich ja lange gedacht, dass die Hölle für böse Menschen sei und nicht für die mit dem richtigen Glaubensbekenntnis (siehe barmherziger Samariter).
Auf die Idee, dass Leute die ich mag, in der Hölle landen, bin ich gar nicht gekommen.
Irgendwie kann ich mich gar nicht erinnern an die Hölle geglaubt zu haben.
Ich wollte richtig handeln um richtig zu handeln, aber nicht aus Angst vor der Hölle.
So zumindest meine Erinnerung.:)
in den sozialen netzwerken läßt man gerade eine junge frau "hochleben", die eher ... schlichten gemütes zu sein scheint.
wenn es kein scherz ist, dann ist es umso erschütternder, denn diese junge frau fragt tatsächlich (und hat das auch als video ins netz gestellt): "wenn es gott nicht gibt, wer hat denn dann die bibel geschrieben?"
o sancta simplictas ...
Pansapiens
11-01-2018, 17:00
Was wäre denn, wenn - frei nach dem Känguru - Gott einfach ein ********* ist? "Dann macht das ganze auf einmal Sinn."
Vielleicht lediglich eine Frage der Perspektive...:blume:
UoBFfIkvHvc
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die Serie Futurama hat sich ja auch mal mit dem Thema auseinandergesetzt:
Das Planet-Express-Raumschiff wird von Weltraum-Piraten angegriffen. Als der Roboter Bender sich für ein Nickerchen in eines der Torpedorohre legt, wird er mit einer Geschwindigkeit abgeschossen, die es unmöglich macht, ihn einzuholen. Er ist daher verdammt, für immer durch den Weltraum zu treiben.
Nachdem Bender von einem Mini-Asteroid getroffen wurde, wird seine Brust zur Heimat einer Zivilisation winziger Humanoider, den „Shrimpkins“, die Bender als Gott anbeten. Bender verpflichtet sie durch ein religiöses Gebot dazu, ihm Alkohol herzustellen. Der Bau einer Brauerei führt zu Arbeitsunfällen, Umweltverschmutzung und organisierter Kriminalität. Auch Benders Versuche, einzelne Gebete der Shrimpkins zu erfüllen, haben stets katastrophale Folgen; als er beispielsweise ein Feld mit mehr Sonnenlicht versorgen will, steckt er es in Brand. Daraufhin wird ein Teil der Shrimpkins ungläubig und siedelt sich auf Benders Rücken an. Es kommt zum Nuklearkrieg zwischen den beiden Gesellschaften, der die Shrimpkins auslöscht.
Der göttliche Bender (https://de.wikipedia.org/wiki/Der_g%C3%B6ttliche_Bender)
Pansapiens
11-01-2018, 17:10
denn diese junge frau fragt tatsächlich (und hat das auch als video ins netz gestellt): "wenn es gott nicht gibt, wer hat denn dann die bibel geschrieben?"
oh je, ich dachte, das wäre Allgemeinbildung:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1c/Guttenberg-800.jpg/170px-Guttenberg-800.jpg
oh je, ich dachte, das wäre Allgemeinbildung:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1c/Guttenberg-800.jpg/170px-Guttenberg-800.jpg
Die Frage war nicht, wer sie ab-geschrieben hat...
Ich denke das Problem ist nicht Gott oder der Glaube daran...soll jeder wie er mag.
Mein Problem sind tatsächlich die Wirtschaftsunternehmen dahinter, die grundsätzlich ja keiner benötigen würde. Ich kann auch an eine Sache glauben ohne diesen Ratten*******.
dermatze
11-01-2018, 19:05
Ich denke das Problem ist nicht Gott oder der Glaube daran...soll jeder wie er mag.
Mein Problem sind tatsächlich die Wirtschaftsunternehmen dahinter, die grundsätzlich ja keiner benötigen würde. Ich kann auch an eine Sache glauben ohne diesen Ratten*******.
Auch diese haben nicht nur negative Seiten.
Für mich ist der christliche Glaube, mit all seinen Facetten, vor allem ein Glaube des Kapitalismus...
:cool:
:D
Glauben ist für mich auch eine Form von Stillstand, null Innovation, selbst die Fantasie unterwirft sich (göttlichen) Regeln...
Für mich ist der christliche Glaube, mit all seinen Facetten, vor allem ein Glaube des Kapitalismus...
:cool:
:D
The Gospel of Supply Side Jesus (https://imgur.com/gallery/bCqRp)
Pansapiens
12-01-2018, 08:00
The Gospel of Supply Side Jesus (https://imgur.com/gallery/bCqRp)
das könnte man nun als antisemitisch auffassen...
Für mich ist der christliche Glaube, mit all seinen Facetten, vor allem ein Glaube des Kapitalismus...
Das scheint mir eine etwas grobe Verallgemeinerung.
Hat sich Jesus nicht insbesondere um gesellschaftlich Randgruppen gekümmert und beruht darauf nicht auch der Erfolg des frühen Christentums?
Waren die ersten christlichen Gemeinden nicht eher sozialistisch?
Bis zur Reformation war mühselige Arbeit eher verpönt:
Sowohl die Antike als auch das Mittelalter verfügten über ein grundlegend anderes Verhältnis gegenüber der Arbeit. Bei den alten Griechen war körperliche Arbeit verpönt und das hochgeschätzte Philosophieren setzte Muße voraus. Die einzige Philosophie der Antike, in der die Arbeit gepriesen wurde, war der Stoizismus.
Im Mittelalter wurde Arbeit bis zur Reformation als Mühsal, also als Strafe aufgefasst; Augustinus betont beispielsweise, im Paradies sei "lobenswerte Arbeit nicht mühselig" gewesen (Predigten zum Buch Genesis, 2.11), während die Strafe in der Hölle in ewiger Arbeit bestünde
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsethik
Die Verbindung der protestantischen Arbeitsethik und insbesondere der Anschauungen des Calvinismus mit der Entwicklung
des Kapitalismus sind freilich recht deutlich:
Da [nach Calvin] die Absichten Gottes den Menschen verborgen bleiben, müsse jeder im Sinne einer tugendhaften Lebensführung handeln, also so, als ob er von Gott auserwählt sei. Unbändiger Fleiß, individueller und wirtschaftlicher Erfolg können in der Folge als Zeichen für den Gnadenstand gewertet werden. Jedoch hat der Mensch keinerlei Einfluss auf die göttliche Entscheidung. Ob jemand nach dem Tod in der Hölle landet oder zum Himmel auffährt, wurde bereits zu Anbeginn der Zeit festgelegt. Was der Mensch nun versucht, ist, sich selbst durch seine Tugendhaftigkeit Gewissheit darüber zu verschaffen, dass er auserwählt sein müsse.
Durch die Testakte von 1673 wurden schließlich in England neben Katholiken auch die calvinistischen Puritaner (Kongregationalisten), Baptisten, Quäker und ab Ende des 18. Jahrhunderts die Methodisten aus allen Staatsämtern und dem Parlament ausgeschlossen, wodurch sie in privatwirtschaftliche Bereiche gedrängt wurden. Im 18. Jahrhundert waren beinahe die Hälfte der englischen Erfinder, Kaufleute und Unternehmer Calvinisten, obwohl diese in der britischen Gesamtbevölkerung eine Minderheit darstellten.
Der „Protestantismusthese“ des deutschen Soziologen Max Weber zufolge hat der Calvinismus im Verlauf des 18. Jahrhunderts die Arbeitsmoral und -ethik in England, Holland, der Schweiz und einigen Gegenden Deutschlands, besonders in den von den seit 1613 reformierten Hohenzollern regierten Staaten, maßgeblich beeinflusst und legitimiert. Er setzt einen Maßstab bei der Nützlichkeit menschlichen Handelns an, wobei der wirtschaftliche Erfolg im Vordergrund steht: Zeitvergeudung sei die schlimmste Sünde, wozu auch übermäßig langer Schlaf oder Luxus zählen. Arbeit sei der von Gott vorgeschriebene Selbstzweck des Lebens. Mit seiner spezifischen Arbeits- und Wirtschaftsethik habe er eine wesentliche Grundlage für die Industrielle Revolution und den modernen Kapitalismus geschaffen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Calvinismus#Calvinistische_Arbeitsethik
Wär käme nach dieser Anschauung wohl eher in den Himmel?
Jesus Christus oder Donald Trump?
carstenm
12-01-2018, 13:02
-
Ich habe beinahe den Eindruck hier verwechseln viele Vergangenheit mit Vergangenheit und haben wenig Ahnung der Gegenwart... also hinsichtlich der Religion und insbesondere dem Christentum (ohne jetzt jemanden persönlich angreifen zu wollen!)
Seit etwa 40.000 Jahren hat der Mensch ein Konzept vom Nachleben, zumindest gibt es archäologische Forscher, die anhand von Funden die frühesten Begräbnisrituale auf diesen Zeitrahmen datieren. Davor gab es auch vereinzelte Funde (70.000 bis 120.000 Jahre), aber regelmäßiger wurde es erst ab 40.000 vor unserer Zeitrechnung.
Mit dem Konzept eines Nachlebens gehen oft der Naturglaube einher. Der Glaube an mächtige Gewalten, die später zu Göttern werden. Pferdegott; Sturmgott; Wassergott; etc.
Das sind bereits sogenannte Naturreligionen.
Daraus entstanden dann polytheistische Glaubensrichtungen, wie bei den frühen Hochkulturen (Sumerer, Akkader, Ägypter, Inder, Perser, Griechen, Römer, etc.). Diese hatten meistens einen Hauptgott und stellenweise wurde der Hauptgott zum einzigen Gott erklärt - beispielsweise von Tutanchaton, der Aton zum alleinigen Gott machte. (Anm.: Sein Nachfolger Tutanchamun hat die alten Götter wieder eingeführt.)
Später wars bei den Römern und dem Christentum ja im Grunde dasselbe. Heiden oder Christen? Nero ließ sie verfolgen; Konstantin verehrte den christlichen Glauben.
Das antike Christentum war im Übrigen strikt gegen die römische Verschwendung, Habgier, Orgien, etc. - die meinten, dass die Welt wegen dieser Laster noch untergehen wird. Gottesfrömmigkeit war das oberste Ziel. Idealerweise mit möglichst wenig Geld. Arme wurden unterstützt. Kapitalismus gab es damals ohnehin noch nicht.
Das mittelalterliche Christentum wurde römisch. Verschwendung, Orgien, etc. waren nun bei den Päpsten angelangt, worauf sich immer mehr Menschen von den Christen abwandten. Das gipfelte dann in Luther (war damit aber noch lange nicht zu ende).
Heute ist das Christentum eine große Religion, die in manchen Ländern Steuerzahlungen erhält (Kirchenbeitrag), in anderen Ländern auf Spenden angewiesen ist. Die Mittel gehen großteils an die Kirchen, Gehälter, Erhaltungsarbeiten. Die Priester versuchen eine soziale Anlaufstelle zu erhalten. Jugendzentren und andere Treffs sind bei fast jeder Pfarre. Caritas und Diakonie sind riesige kirchliche Versorgungs- und Betreuungseinrichtungen und die Sonntagsmesse weiterhin ein beliebter Treffpunkt, wenngleich längst nicht mehr der große Pflichttermin der Bevölkerung. 1960er erinnern sich noch an die mahnenden Worte der Religionslehrer "Ich hab dich gestern nicht in der Kirche gesehen"; 1990er haben die Worte vermutlich so gut wie nie gehört.
Ob man nun an Gott glaubt oder nicht... Ich bin Atheist und habe mich bewusst dazu entschlossen die Existenz eines höheren Wesens zu verneinen - es passt einfach nicht zu meinem Weltbild - aber ich erkenne die Bedeutung der Religion, des Glaubens und der kirchlichen Einrichtungen. Diese unterstütze ich - ebenso wie ich den Glauben anderer Menschen unterstütze - obwohl ich selbst nicht daran glaube.
Meine Welt funktioniert prima mit weltlichen ethischen Maßstäben und Erklärungsmodellen. Andere Menschen brauchen eine höhere Macht und das ist auch völlig in Ordnung. Religion hilft hierbei einerseits eine Struktur in das Weltbild zu bekommen und andererseits tatkräftig bei weltlichen Problemen wie Armut, Obdachlosigkeit oder Ähnliches.
Sogar die Zeugen Jehovas finde ich in mancher Hinsicht ganz in Ordnung. Das Weltbild und deren Umsetzung lehne ich strikt ab, aber ich muss zugeben: Die kümmern sich echt gut um psychisch kranke Menschen und besuchen die öfter als es irgendein Verein könnte. Die sind für den da!
Seit etwa 40.000 Jahren hat der Mensch ein Konzept vom Nachleben
??
Diese hatten meistens einen Hauptgott und stellenweise wurde der Hauptgott zum einzigen Gott erklärt - beispielsweise von Tutanchaton, der Aton zum alleinigen Gott machte. (Anm.: Sein Nachfolger Tutanchamun hat die alten Götter wieder eingeführt.)
... es haben also Menschen entschieden, wer Gott sein soll und wer nicht... :D
Heute ist das Christentum eine große Religion, die in manchen Ländern Steuerzahlungen erhält (Kirchenbeitrag), in anderen Ländern auf Spenden angewiesen ist. Die Mittel gehen großteils an die Kirchen, Gehälter, Erhaltungsarbeiten. Die Priester versuchen eine soziale Anlaufstelle zu erhalten. Jugendzentren und andere Treffs sind bei fast jeder Pfarre. Caritas und Diakonie sind riesige kirchliche Versorgungs- und Betreuungseinrichtungen
Das hat natürlich nichts mit Kapitalismus zu tun.
Religion hilft hierbei einerseits eine Struktur in das Weltbild zu bekommen und andererseits tatkräftig bei weltlichen Problemen wie Armut, Obdachlosigkeit oder Ähnliches.
Ja? Na ja klar, ein Teller Suppe und ein Bett. Aber nur um Gottes Willen nichts an der Grundstruktur ändern, die solche Dinge erst hervorbringt.
Sogar die Zeugen Jehovas finde ich in mancher Hinsicht ganz in Ordnung. Das Weltbild und deren Umsetzung lehne ich strikt ab, aber ich muss zugeben: Die kümmern sich echt gut um psychisch kranke Menschen und besuchen die öfter als es irgendein Verein könnte. Die sind für den da!
Entschuldige, jetzt muß ich doch mal lachen! Die kümmern sich um psychisch kranke Menschen? Da sprichst du aber nicht von denen, die sie selber hervorbringen, oder?
... es haben also Menschen entschieden, wer Gott sein soll und wer nicht... :DWer denn sonst?
dermatze
12-01-2018, 14:35
Sogar die Zeugen Jehovas finde ich in mancher Hinsicht ganz in Ordnung. Das Weltbild und deren Umsetzung lehne ich strikt ab, aber ich muss zugeben: Die kümmern sich echt gut um psychisch kranke Menschen und besuchen die öfter als es irgendein Verein könnte. Die sind für den da!
Wenn das so ist, dann hat das schon seinen Wert und ist anzuerkennen. Und für sowas ist Religion auch gut. Für andere da sein.
Auf der anderen Seite lehnen Zeugen Jehovas aber z.B. Bluttransfusionen ab. Und da wird es dann in meinen Augen problematisch. Ein Glaube verhindert potentiell lebensrettende Maßnahmen. Diese Kehrseite wiegt in meinen Augen durchaus sehr schwer. Sie lehnen das übrigens nicht nur für sich selber ab, sondern z.B. auch für ihre Kinder. Ich würde das Leben meines Kindes nicht wegen einer religiösen Vorstellung riskieren und bin der Meinung, andere sollten es auch nicht tun.
Heute ist das Christentum eine große Religion, die in manchen Ländern Steuerzahlungen erhält (Kirchenbeitrag), in anderen Ländern auf Spenden angewiesen ist. Die Mittel gehen großteils an die Kirchen, Gehälter, Erhaltungsarbeiten.
Wohin der Großteil der Gelder geht weiß niemand, da die Kirche aufgrund ihrer Lobbyarbeit keinerlei Offenlegungspflichten hat.
??Andere Menschenarten haben keine Begräbniskulturen gepflegt. Die kamen erst vor etwa 40.000 Jahren regelmäßiger vor.
... es haben also Menschen entschieden, wer Gott sein soll und wer nicht... :DÄh... Ja. Wer sonst? Glaubst du das Pferd hat sich entschieden ein Gott zu sein? Glaubst du Zeus hat die griechische Mythologie geschrieben? Glaubst du JHWH hat den Tanach verfasst?
Das hat natürlich nichts mit Kapitalismus zu tun.Kapitalismus ist das Mittel zur Ressourcensteigerung durch Produktionssteigerung. Riesige Sozialeinrichtungen mögen eine gewaltige Produktion hervorbringen... aber weder Geld noch andere Ressourcen.
Ja? Na ja klar, ein Teller Suppe und ein Bett. Aber nur um Gottes Willen nichts an der Grundstruktur ändern, die solche Dinge erst hervorbringt.Wie soll die Kirche etwas an der "Grundstruktur" ändern? Armut abschaffen oder was? Deine Welt ist wohl rosa und von Einhörnern bevölkert.
Entschuldige, jetzt muß ich doch mal lachen! Die kümmern sich um psychisch kranke Menschen? Da sprichst du aber nicht von denen, die sie selber hervorbringen, oder?Nein, sondern von Menschen mit ernsten psychischen Erkrankungen, die auf lebenslange Medikation angewiesen sind und ein eigenständiges Leben kaum führen können. Diese werden überdurchschnittlich häufig von Zeugen Jehovas besucht, da sich soziale Kontakte grundsätzlich positiv auswirken - auch bei derart schweren psychischen Störungen. Sozialarbeiter und Psychotherapeuten haben oft nur sehr begrenzt Zeit; die Damen und Herren kommen aber teilweise täglich.
Wohin der Großteil der Gelder geht weiß niemand, da die Kirche aufgrund ihrer Lobbyarbeit keinerlei Offenlegungspflichten hat.Ja, stimmt. Und die Kirche wird auch noch ein gewaltiges Vermögen haben - alleine die Ländereien, die noch denen gehören sind sicher ein größeres Sümmchen wert. Andererseits haben die auch viele Mitglieder verloren und erhalten teilweise kaum noch genug Einnahmen um ihre Ausgaben zu decken (die Mutter meiner Ex-Freundin war Buchhalterin bei einer Pfarrgemeinde und hatte da etwas mehr Einblick). Bei Kirchenrenovierungen sind sie auf Spenden angewiesen, da viel Geld in die Gehälter der Priester, Bischöfe und sonstigen Angestellten der Kirche fließt.
Pansapiens
12-01-2018, 20:50
Bei Kirchenrenovierungen sind sie auf Spenden angewiesen, da viel Geld in die Gehälter der Priester, Bischöfe und sonstigen Angestellten der Kirche fließt.
Ich dachte, die meisten Bischöfe werden vom Staat, bezahlt, also insbesondere auch von den Steuergeldern von Nichtchristen...
Stimmt das hier nicht?
Die Gehälter von Bischöfen und Landesbischöfen bezahlt nämlich nicht etwa die Kirche – die bezahlt in nahezu allen Bundesländern der Staat! Ausnahmen sind nur die beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen.
[...]
Die bereits genannten Bundesländer bezahlen auch noch Weihbischöfe, Dignitäre, Kanoniker, Domkapitulare, Oberkirchenräte, Dom-Mesner, Leiter von bischöflichen Knabenseminaren usw. – sogar das Brimborium wie den Weihrauch für die Dom-Messen bezahlt der Staat. Eben alles, was zu einem feudalen Hof-Staat (im Staate) gehört.
http://stop-kirchensubventionen.de/bischoefe.html
Hm... kenne die deutsche Situation nicht so gut. Für Österreich könnt ihr es gerne auch selbst nachlesen: https://mobil.derstandard.at/1381369336752/Mehr-Transparenz-im-Klingelbeutel-in-Oesterreich
Andere Menschenarten haben keine Begräbniskulturen gepflegt. Die kamen erst vor etwa 40.000 Jahren regelmäßiger vor.
Menschenarten?? … und abgesehen davon: Was soll das heißen, ein Konzept vom „Nachleben“?
Äh... Ja. Wer sonst? Glaubst du das Pferd hat sich entschieden ein Gott zu sein? Glaubst du Zeus hat die griechische Mythologie geschrieben? Glaubst du JHWH hat den Tanach verfasst?
Glaubst du, dass ich das glaube? Natürlich bestimmt der allmächtige Gott, wer Gott ist und wer nicht. Keineswegs der nichtswürdige Mensch!
Kapitalismus ist das Mittel zur Ressourcensteigerung durch Produktionssteigerung.
Dir scheint der Begriff „Ressourcen“ nicht geläufig zu sein. Produktionssteigerung führt zum gesteigerten Verbrauch von Ressourcen, und zwar im im Falle des globalisierten Kapitalismus zum Verbrauch von viel mehr Ressourcen, als uns auf der Erde eigentlich zur Verfügung stehen.
Armut abschaffen oder was? Deine Welt ist wohl rosa und von Einhörnern bevölkert.
Ja, ne. Unerhört. Völlig undenkbar!
Nein, sondern von Menschen mit ernsten psychischen Erkrankungen, die auf lebenslange Medikation angewiesen sind und ein eigenständiges Leben kaum führen können. Diese werden überdurchschnittlich häufig von Zeugen Jehovas besucht, da sich soziale Kontakte grundsätzlich positiv auswirken - auch bei derart schweren psychischen Störungen. Sozialarbeiter und Psychotherapeuten haben oft nur sehr begrenzt Zeit; die Damen und Herren kommen aber teilweise täglich.
Wäre mir neu, dass sich die Zeugen in irgendeiner Weise sozial engagieren. Mitglieder in ihre Organisation zu drücken, dass ist der Auftrag eines Zeugen.
Und bei Leuten mit psychischen Problemen sind sie gerade richtig… mal z.B. hier lesen:
http://www.manfred-gebhard.de/seelischen.htm
Bei Kirchenrenovierungen sind sie auf Spenden angewiesen, da viel Geld in die Gehälter der Priester, Bischöfe und sonstigen Angestellten der Kirche fließt.
Das bestätigt, was hier schon gesagt wurde.
Glaubst du, dass ich das glaube? Natürlich bestimmt der allmächtige Gott, wer Gott ist und wer nicht. Keineswegs der nichtswürdige Mensch
Auch in Religionen in denen es gar keinen allmächtigen Gott gibt? Und wenn ja, welcher der Götter bestimmt wer Gott sein darf?
Auch in Religionen in denen es gar keinen allmächtigen Gott gibt? Und wenn ja, welcher der Götter bestimmt wer Gott sein darf?
Vielleicht sollte ich mir auch mal in meine Sig schreiben, dass einiges auch ironisch gemeint sein kann. Dachte das wäre erkennbar. :D
In Foren ist das nicht immer so ganz klar.
Pansapiens
13-01-2018, 17:41
Hm... kenne die deutsche Situation nicht so gut. Für Österreich könnt ihr es gerne auch selbst nachlesen: https://mobil.derstandard.at/1381369336752/Mehr-Transparenz-im-Klingelbeutel-in-Oesterreich
Gott, die Armen,
im Vergleich zu den deutschen, staatlich finanzierten Bischöfen ja die reinsten Kirchenmäuse...:(
(allerdings ist man da ja auf Vermutungen angewiesen, was die Mensalgüter so
abwerfen)
Pansapiens
13-01-2018, 18:10
Menschenarten?? … und abgesehen davon: Was soll das heißen, ein Konzept vom „Nachleben“?
Ich nehme mal an, dass mit Menschenarten, die Arten der Gattung "Homo (https://de.wikipedia.org/wiki/Homo)" gemeint sind:
Homo antecessor †
Homo erectus †
Homo ergaster †
Homo floresiensis †
„Homo georgicus“ †
Homo habilis †
Homo heidelbergensis †
Homo naledi †[1]
Homo neanderthalensis †
Homo rhodesiensis †
Homo rudolfensis †
Homo sapiens (anatomisch moderner Mensch)
Wie man sieht, keine sehr erfolgreiche Gattung, nur eine Art hat überlebt...:(
Ob diese Einteilung stimmt, mal dahingestellt.
Zumindest mit dem Neanderthaler konnten unsere Vorfahren eventuell fortpflanzungsfähigen Nachwuchs zeugen, die meisten Leute außerhalb von Afrika sollen ja den ein oder anderen Neandertaler (oder Neandertalerin) in ihrem Stammbaum haben.
Bei den Neandertalern wird übrigens inzwischen auch vermutet, dass die Tote systematisch bestattet haben.
Mit "Konzept vom Nachleben" scheint mir eine Vorstellung gemeint zu sein, dass mit dem körperlichen Tod nicht die gesamte Existenz zu Ende ist und eine Seele oder was auch immer weiterlebt, vielleicht als Geist, in einer anderen Welt, oder in neuem Körper wiedergeboren wird.
Deswegen muss man IMO nun nicht unbedingt seine Toten bestatten (es gibt ja Weltanschauungen, die die Toten von Geiern aufessen lassen) und Atheisten geben Ihre Toten ja auch nicht immer zur Tierkörperbeseitigungsanlage (in wie weit das den gesetzlichen Bestimmungen geschuldet ist weiß ich nicht).
Wenn man die Vorstellung einer Seele hat, die unabhängig vom Körper existiert, dann muss man sich ja um den Kadaver nicht besonders kümmern.
(Ob die alten Ägypter glaubten, dass der Verstorbene mit seiner Mumie ohne Hirn etc. noch ein tolles Leben im Jenseits haben könne erscheint mir fraglich, die waren ja auch sonst nicht auf den Kopf gefallen)
Umgekehrt scheinen mir Begräbnisse insbesondere eine Funktion für die Überlebenden zu haben:
Es ist ja zunächst mal unbegreiflich, dass da jemand nun nicht mehr da ist, und selbst wenn man ihn körperlich sieht, dass das nicht die Person ist, die man mal kannte.
Ich hab mal eine Doku gesehen, wo ein Gorillaweibchen ein totes Baby noch eine Weile mit sich rum getragen hat, bis sie es schließlich los- und liegen lies.
Entsprechend scheinen mir Begräbnisse auch die Funktion zu haben, den Verstorbenen los zu lassen.
Danke Pansapiens, erspart mir zu antworten und enthält außerdem gute ergänzende Gedanken. Ist zwar vom eigentlichen Thema nun etwas weiter entfernt, aber für gute Gedanken machen wir gerne Umwege.
Schachmatt, Ihr Atheisten. :D
42873
MasterKen
15-01-2018, 14:15
https://www.facebook.com/ichwillanonymbleiben/photos/a.733065560059136.1073741827.733040930061599/1789114381120910/?type=3&theater
42874
42874
Den find ich gut. :D
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