Ich muss grundsätzlich Kannix Recht geben. Selber kann ich zwar nur einen ganz lieben, nicht abgerichteten, Labrador aufweisen, habe aber durch die Verwandtschaft wie gesagt ein bisserl Einblick in die Materie. Und da ich mich auch dafür interessiere, habe ich mir das ganze auch mal angeschaut. Z.B. auf dem Übungsplatz: ich habe nicht erlebt, dass es dort zu Armbrüchen oder anderen Verletzungen kam. Klar ist das bei 60kg oder mehr schweren Hunden nicht ausgeschlossen, aber ich habe es eben nicht gesehen. Auch haben die Hunde ihr "Opfer", also den Mann im Schutzanzug, nicht weiter attackiert, nachdem er auf dem Boden lag oder an einer Wand gesichert war. Schon gar nicht wurden andere Stellen als eben der besagte Arm angegangen.

Der Onkel meiner Lebensgefährtin, der selber Rottweiler abrichtet, sagt mir folgendes dazu: seinen Rottweilerrüden kenn ich z.B. jetzt 3 Jahre. Natürlich ist auch dieser Hund abgerichtet und reagiert auf den Befehl "fass". Allerdings nur in einem entsprechenden Szenario. Mich würde der Hund nicht ohne weiteres angreifen. Weil er mich kennt und weiss, dass ich normalerweise keine Bedrohung darstelle. Anders ist das, wenn der Befehl aus einem Streitgespräch heraus gegeben wird, oder der Hund mich (z.B. nachts) nicht sofort erkennt. Der Befehl "fass" dient nur dazu, eine konkrete Bedrohung vom Herrschen oder Revier abzuwenden. Einen Hund zum Töten oder gezieltem Verletzen zu erziehen ist normalerweise nicht ohne weiteres möglich.
Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass es auch Ausnahmen gibt. Es passieren ja immer wieder vereinzelt Unfälle. Doch weisen diese Hunde dann im Allgemeinen auch verhaltensgestörte Züge auf.

Soviel von meiner Seite.